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International Hongkonger Polizei räumt Barrikaden

Nach rund zweiwöchigen Protesten hat die Polizei damit begonnen, Barrikaden der Demonstranten wegzuräumen. Ziel der Aktion sei es, den Verkehrsfluss in der chinesischen Finanzmetropole zu gewährleisten. Derweil versuchen aufgebrachte Gegendemonstranten, die Absperrungen gewaltsam zu entfernen.

Legende: Video «Zusammenstösse in Hongkong» abspielen. Laufzeit 1:33 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.10.2014.

Bei den seit mehr als zwei Wochen andauernden pro-demokratischen Demonstrationen in Hongkong hat die Polizei einige Barrikaden weggeräumt. Das Ziel sei aber nicht, die Lager der Demonstranten mit ihren Zelten zu räumen, hiess es vonseiten der Polizei.

Vielmehr sollte der Verkehrsfluss in der Finanzmetropole gewährleistet werden. Aktivisten waren zuerst alarmiert, liessen die begrenzte Polizeiaktion aber zu. Eine Konfrontation blieb aus. Nach lokalen Medienberichten baten Polizisten in Zivil die Aktivisten am Morgen in Mong Kok, eine blockierte Strasse freizugeben, was diese zunächst ablehnten.

Die Polizei räumte vor allem ursprünglich selbst aufgestellte Metallgitter, die Demonstranten zu Barrikaden verbunden hatten. So wurden einige Strassen wieder für den Verkehr geöffnet. Einige hundert Demonstranten hatten in der Nacht weiter an den drei Protestorten in Admiralty und Causeway Bay auf der Insel Hongkong sowie im Geschäftsviertel Mong Kok auf der Halbinsel Kowloon campiert.

Wütende Menschenmenge fordert freie Strassen

Gegendemonstranten versuchen, der Absperrungen der Demokratie-Bewegung habhaft zu werden
Legende: Lief die Polizei-Aktion noch friedlich ab, kam es wenig später wieder zu Scharmützeln zwischen rivalisierenden Gruppen. Reuters

Weniger friedlich lief dagegen eine erneute Konfrontation zwischen den Protestierenden und aufgebrachten Gegendemonstranten. Dutzende und zum Teil vermummte Leute positionierten sich vor den Barrikaden im Stadtzentrum und skandierten: «Öffnet die Strasse!». Vereinzelt versuchten sie, Absperrungen in der Nähe des Finanzdistrikts zu entfernen. Polizeikräfte stellten sich zwischen die Lager.

Vor mehr als einer Woche waren Demonstranten von angeheuerten Schlägern angegriffen worden. Die Polizei hatte danach bei den gewalttätigen Angreifern Beziehungen zu den Triaden genannten, mafiaähnlichen Unterweltbanden aufgedeckt.

Demonstranten verlangen mehr Demokratie

Die Demonstranten fordern mehr Demokratie in Chinas Sonderverwaltungsregion, während die Protestgegner die Behinderungen durch Strassenblockaden beklagen und sich hinter die loyal zu Peking stehende Regierung stellen.

Die Proteste hatten sich an Plänen Pekings entzündet, bei der ersten direkten Wahl 2017 in Hongkong keine freie Nominierung der Kandidaten zu erlauben. Seit der Rückgabe an China 1997 wird die frühere britische Kronkolonie autonom regiert.

1 Kommentar

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Konsequenzen wurden nicht zu Ende gedacht. Die Bewohner Hongkongs sind in China wegen ihrer "westlichen Überheblichkeit" und der Sonderrechte nicht besonders beliebt und haben dadurch keinen gesellschaftlichen Rückhalt. Die Geschäftswelt von Hongkong fürchtet Verluste und Peking hat jetzt gute Gründe und alle Zeit der Welt, den verbliebenen Sonderstatus Hongkongs weiter einzuschränken. Unter Umständen also ein Eigentor a là Nahost und Uk raine.
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