Hongkonger wehren sich gegen chinesische Bevormundung

Mehrere tausend Menschen haben in der halbautonomen Region Hongkong gegen die chinesische Führung demonstriert. Sie fordern freie Wahlen, Demokratie und mehr Unabhängigkeit von China.

Zahlreiche Demonstranten mit Bannern.

Bildlegende: Die Einflussnahme von China wird von vielen Hongkongern als zunehmend stärker empfunden. Keystone

Vor genau 16 Jahren fiel die ehemalige britische Kolonie Hongkong zurück an China – Anlass für Tausende von Menschen, ihren Unmut gegen die Führung in Peking kundzutun. Auf Banner forderten die Demonstranten «Nieder mit der chinesischen Kommunistischen Partei» und «Demokratie jetzt». 

33'500 Menschen beteiligten sich laut Polizei am Protestmarsch, der in strömendem Regen von einem Park zum Finanzbezirk Hongkongs zog. Mehrere Teilnehmer schwenkten britische Flaggen.

Wut auf eigenen Regierungschef wächst

Es hat Tradition in Hongkong, am 1. Juli zu demonstrieren. In jüngster Zeit mehren sich die Klagen, Peking mische sich zu stark in die inneren Angelegenheiten Hongkongs ein. Hinzu kommen die horrenden Wohnungspreise oder die Spaltung der Gesellschaft in Reich und Arm.

Der Protest richtete sich auch gegen den umstrittenen Chef der Sonderverwaltungszone, Leung Chun Ying. Eine Gruppe von Demonstranten versuchte die offizielle Zeremonie am Hafen zu stören, bei der die chinesische Hymne gespielt wurde. Dabei wurde ein Foto von Chun Ying verbrannt.

Chun Ying wird von vielen in Hongkong als Marionette Pekings betrachtet. Denn der sogenannte Chief Executive wird von einer durch die chinesische Regierung bestimmte Wahlkommission gewählt.

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Proteste in Hongkong

0:21 min, aus Tagesschau am Mittag vom 1.7.2013

Spezieller Status in China

Hongkong war bis zum 30. Juni 1997 britische Kronkolonie. Seit der Rückgabe an Peking hat die Stadt einen halbautonomen Status innerhalb Chinas. Hongkong ist Sonderverwaltungsregion mit einer eigenen, sehr liberal ausgelegten Marktwirtschaft – untersteht aber der Zentralregierung in Peking.