Zum Inhalt springen

International Hunderte fliehen vor Kämpfen in Jarmuk-Flüchtlingslager

Rund 2000 Palästinenser konnten aus dem Lager im syrischen Damaskus in Sicherheit gebracht werden, das vom IS angegriffen und grösstenteils eingenommen wurde. Hunderte sitzen aber noch in der Kampfzone fest. Hilfswerke warnen vor einer humanitären Katastrophe.

Legende: Video «IS kontrolliert Flüchtlingslager» abspielen. Laufzeit 1:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.04.2015.

Etwa 400 palästinensische Familien sind aus dem Flüchtlingslager Jarmuk im Süden der syrischen Hauptstadt Damaskus in Sicherheit gebracht worden. Dies bestätigt Anwar Abdel Hadi von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).

«Rund 2000 Menschen» hätten das Camp am Freitag und Samstag über zwei abgesicherte Strassen verlassen können. Sie flohen in Richtung des von der syrischen Armee gehaltenen Nachbarsdistrikts Sahira. Syrische Soldaten haben demnach geholfen, die Palästinenser in Sicherheit zu bringen.

Mindestens 26 Tote

Noch sässen aber Hunderte Bewohner des Lagers in der Kampfzone fest, wie die Syrischen Menschenrechtsbeobachter erklären. Die Menschen seien von Fluchtwegen abgeschnitten.

Am Mittwoch hatten Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Jarmuk angegriffen und einen Grossteil des Camps eingenommen. Jetzt wird der IS aber von palästinensischen Milizen unter Druck gesetzt. Mindestens 26 Menschen seien seit letztem Mittwoch bei den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Bürgerwehren und angreifenden Verbänden des IS getötet worden.

Den Zivilisten vor Ort droht nun eine humanitäre Katastrophe. Seit Beginn der Kämpfe gelangten keinerlei Hilfslieferungen mehr in das Camp. Das UN-Hilfswerk UNRWA forderte deshalb in einem Aufruf freien Zugang zu den eingeschlossenen Bewohnern, um sie mit dem Nötigsten versorgen zu können.

Das Flüchtlingslager Jarmuk

Vor dem Bürgerkrieg in Syrien lebten im Camp Jarmuk rund 150'000 Palästinenser, die aus Israel vertrieben worden oder geflohen waren. Das Camp wurde zu einem Stadtteil von Damaskus. Heute leben dort nur noch 18'000 Menschen. Jarmuk war immer wieder Schauplatz heftiger Kämpfe.

6 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alfons Wilbert, Crisnee, Belgium
    Da zeigt sich dann die „Stärke“ dieser „tapferen“ Gotteskrieger, die, im Namen ihres Propheten, unschuldige, unbewaffnete Zivilisten ab metzeln. Anscheinend geöhrt sehr viel Mut zu solchen Gräueltaten, da der Strom derer die in ferne Lande ziehen um dort weitere „Heldentaten“ zu vollbringen nicht abreißt. Wann endlich nehmen die Anhänger dieser Religionen ihre Verantwortung auf und distanzieren sich von diese Taten mit deutlichen Worten, anstatt des üblichen, nichts aussagenden Geschwafel?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: In Jarmuk-Damaskus leben 150'000 Palästinenser und ihre Nachkommen auch 67 Jahre nach ihrer 'Vertreibung' aus Palästina immer noch in einem Flüchtlingslager - null intergriert, ohne Rechte, ohne Staatsbürgerschaft. Währendessen hat das ständig medial verteufelte Israel nicht nur 850'000 vertriebene Juden aus arabischen Ländern aufgenommen und integriert, auch 100'000e von Arabern (20% der Bevölkerung) geniessen in Israel volle Bürgerrechte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Esther Baumann, 8000 Zürich
      Da kann ich Ihnen nur beipflichten. Auch im Libanon existieren nach 67 !! Jahren noch Palästinenser-Flüchtlingslager. Keine Spur von Integration in den Ländern ihrer Glaubensgenossen. Willkommene Gelegenheit für Agitation gegen Israel. In der CH sind ehemalige Flüchtlinge aus dem Jugoslawienkrieg auch nicht in Lager gepfercht worden, sie sind längst bei uns integriert. Wieviele Syrien/Irakflüchtlinge nehmen eigentlich Saudi-Arabien, Katar, Bahrain und Kuwait auf ???
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Simon Solenthaler, Leimbach
      Es ist wirklich eine Schande was mit den Palästinensern gemacht wird. Die UNO, sprich das 1948 eigens für die palästinensischen Flüchtlinge gegründete UNRWA(United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East), definiert die palästinenschen Flüchtlinge im völligen Widerspruch zur Genfer Flüchtlingskonvention. Das UNRWA erklärt: Die UNRWA-Definition eines Flüchtlings umfasst auch die Nachkommen von Personen, die 1948 Flüchtlinge wurden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Björn Christen, Bern
      Die UNO bzw. UNRWA sind nichts anderes als Steigbügelhalter und Handlanger dieser panarabischen Judenhasser-Posse, die die sog. Palästinenser, ihre eigenen Brüder, verabscheuen, ihnen keinerlei Rechte zugestehen, und sie bloss zu Propaganda-Zwecken missbrauchen. Es ist absolut grotesk, dass diese Palästinenser ihren Flüchtlingsstatus als einzige auf dieser Welt von Generation zu Generation weitervererben können, obwohl die meisten von ihnen in ihrem Leben noch keinen Meter geflüchtet sind.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Loris Brühl, Nyon
    Wie war das nochmal? "Vor Ort unterstützen"?...Noch Fragen? Und Nein geehrte Kontra-Kommentatoren, ich spreche nicht davon, alle Flüchtlinge weltweit in die CH zu holen, aber ein bisschen mehr als 3000 aus Syrien ist doch machbar. Das macht etwa 1.2 Flüchtlinge pro Gemeinde in der CH aus. Einfach nur lachhaft..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen