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International Hunderte Flüchtlinge in Athen im Hungerstreik

Protest gegen schlechte Bedingungen im Flüchtlingslager: Hunderte Migranten verweigern auf einem stillgelegten Athener Flughafen die Nahrungsaufnahme.

Die Flüchtlinge im provisorischen Lager am alten Athener Flughafen Ellinikon befinden sich seit Dienstagmorgen im Hungerstreik. Wie die Athener Tageszeitung «Kathimerini» berichtete, protestieren die Menschen damit gegen die schlechten Lebensbedingungen und gegen die Qualität des Essens, das dort ausgegeben wird. Wegen des schlechten Essens würden vor allem viele Kinder unter Durchfall leiden.

In Zelten und in den Bauten des ehemaligen Flughafens der griechischen Hauptstadt leben derzeit rund 3500 Flüchtlinge und Migranten, vor allem Afghanen.

Die Flüchtlinge waschen sich an den Stränden.
Autor: Rodothea SeralidouJournalistin in Athen

Das provisorische Lager sei überfüllt, sagt die Journalistin Rodothea Seralidou gegenüber SRF: «Die Menschen schlafen in den Hallen auf dem Boden oder draussen in Zelten.» Und die Hygienebedingungen seien sehr schlecht: «Es gibt nicht genügend Waschmöglichkeiten und riecht dementsprechend streng, viele Flüchtlinge gehen zu den nächstgelegenen Stränden, um sich zu waschen, weil sie sonst keine Möglichkeit dazu hätten.»

Termine für Asylantrag nur via Skype

Mit dem Hungerstreik fordern die Flüchtlinge bessere Lebensbedingungen, aber auch leichteren Zugang zum Asylsystem. «Momentan haben wir die skurrile Situation, dass Termine für den Asylantrag nur via Skype vergeben werden», sagt Seralidou. «Die Leitungen sind aber überlastet und viele Flüchtlinge sagen, sie bemühen sich seit Wochen vergeblich um einen Termin.»

In einem weiteren improvisierten Flüchtlingslager in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze harren rund 10'000 Flüchtlinge unter schwierigen Bedingungen aus. Bis Ende Mai will die griechische Regierung das Lager von Idomeni räumen. Sie hat die Hilfsorganisationen vor Ort aufgerufen, bei der Leerung zu helfen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Flüchtlinge freiwillig das Lager verliessen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Ich höre oder lese immer von Wohlhaben und Reichtum in der Schweiz. Wenn wir wohlhabend sind dann haben wir das uns erschaffen, und nicht vom Sozialstaat Und wenn jemand denkt mit 2700,-- Fr. pM. wäre man reich, der ist nicht ganz 100. Ich bin noch nie ausserhalb Europas gewesen, und die Reiisen nach Paris, Wien und Berlin habe ich jeweils von meiner Familie als Geschenk zu einem runden Geburtstag bekommen!
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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Bei aller Sorge um das eigene od.das Wohl der Famile,bei allen Befürchtungen für den Staat,die eine so grosse u.anhaltende Flüchtlingswelle auslösen kann,sollten wir nicht vergessen,wie vergleichsweise hochstehend gut es uns geht! Wir haben oft gar keinen Bezug dazu,wie schlimm die Verhältnisse sind,weil wir noch nicht mal annähernd in solche Situationen gekommen sind:fremd,hungrig,schmutzig,traumatisiert,sich grämend vor Sorge um die Zukunft.Vom Regen in die Traufe!Kein sicheres Land in Sicht!
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    1. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      GR ist ein EU-Mitgliedsstaat und gehört absolut in die Kategorie sicheres Land. In GR gibt es auch Einheimische, die sich Geldsorgen machen oder sogar berechtigte Existenzängste haben. Es werden sogar immer mehr. In ganz Süd- und Osteuropa sind die Einkommensverhältnisse unausgeglichen. Signifikante Arbeitslosigkeit (10%+), Obdachlosigkeit, Korruption und finanzielle Unsicherheit. Wir, wie die Flüchtlinge, erahnen nicht einmal europäische Verhältnisse, stellen nur Forderungen ins Blaue hinaus.
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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    Der Titel sagt ja richtig: Migranten. Die Frage dabei, Herr Röthenmund ist nicht, ob wir etwas abgeben wollen.( Das tun die meisten ) Die Frage ist, wer hat das Recht zu kommen und wer nicht. Wir können nicht unendlich Menschen in die Sozialwerke aufnehmen und dort behalten, denn dann brechen diese bald einmal zusammen und damit ist niemandem gedient. Es geht auch nicht nur ums Abgeben, sondern um eine realistische Zukunft für die vielen jungen Männer, die da kommen wollen.
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