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International Hunderte Flüchtlinge mit Fähren von Deutschland nach Schweden

Über die Ostsee direkt nach Schweden: Hunderte Flüchtlinge sind am Donnerstag mit Fähren von Rostock und Kiel direkt zu ihrem bevorzugten Asylland abgereist – und haben so Dänemark umschifft.

Die Flüchtlinge warten in Kiel auf die Fähre, die sie nach Schweden bringt.
Legende: Die Flüchtlinge warten in Kiel auf die Fähre, die sie nach Schweden bringt. Keystone

Mehrere Hundert Flüchtlinge sind am Donnerstag mit Ostseefähren von Deutschland nach Schweden weitergereist. Etwa 200 Flüchtlinge legten am Donnerstagabend mit einer Fähre der Stena Line von Kiel nach Göteborg ab.

USA nimmt 10'000 auf

Präsident Barack Obama will im nächsten Jahr mehr syrische Flüchtlinge aufnehmen als bisher. Die USA stehen international in der Kritik, weil sie im Vergleich zu den Verbündeten in Europa nur einen Bruchteil der Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Im laufenden Haushaltsjahr erlauben die USA 1500 syrischen Flüchtlingen die Einreise.

Nach Angaben der deutschen Bundespolizei gingen in Rostock rund 120 Flüchtlinge an Bord einer Fähre mit Ziel Trelleborg. Bis zu 200 weitere Flüchtlinge sollten am späten Abend eine Nachtfähre nehmen. An den Terminals herrschte eine ruhige Atmosphäre. «Das ist alles ziemlich problemlos gelaufen», sagten Polizeisprecher.

In Kiel bezahlten die deutschen Behörden für etwa 50 Flüchtlinge, die kein Geld hatten, die Tickets. 150 Flüchtlinge waren mit Bussen aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt (Kreis Segeberg) nach Kiel gebracht worden. Dorthin waren sie am Vorabend von Flensburg aus gekommen. Rund 50 Flüchtlinge kamen selbstständig zum Kieler Fährterminal, um ebenfalls die Fähre nach Schweden zu nehmen.

Dänemark ausweichen

Die Reise der Flüchtlinge in Richtung Skandinavien war am Mittwoch in Flensburg gestoppt worden, weil die dänische Bahn zuvor auf Anweisung der Polizei angesichts Hunderter ankommender Flüchtlinge den Zugverkehr zwischen Deutschland und Dänemark vorübergehend eingestellt hatte.

Am Flensburger Bahnhof kursierten Handzettel mit Reisetipps für Flüchtlinge, die weiter nach Skandinavien wollen. Darin wurde den Menschen empfohlen, nicht Dänemark zu passieren, sondern per Schiff direkt nach Schweden zu reisen. Die dänische Polizei registriere die Flüchtlinge, heisst es auf dem Flyer – und dann könnte nur noch in Dänemark Asyl beantragt werden. Wer den Flyer veröffentlicht hat, blieb unklar.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Wenn wir im Verhältnis zum Waffenverkauf Kriegsflüchtlinge aufnehmen müssten dann wären alle bestens versorgt. Das ist ja schon fast eine Friedensformel.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Tatsächlich gibt es sofort Kommentare die Schadenfreude zelebrieren. Dabei merken viele nicht, dass die Flüchtlinge zu Propagandazwecken und zu reinen persönlichen Polemikattacken missbraucht werden. Man ergötzt sich ob solcher Meldungen! Es ist unfassbar, was hier auf dem Buckel von Flüchtlingen veranstaltet wird. Häme und Schadenfreude, statt die Hinterfragen, wer von Flüchtlingen profitiert! Es sind dubiose Schlepper und rechtskonservative Parteien!
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    1. Antwort von Hans Zaugg (Hans Zaugg)
      Jawohl, mit dem letzten Satz bringen Sie es auf den Punkt! Ohne Flüchtlings- und EU-Thema wäre die SVP bedeutungslos.
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Hier darf ich es wohl sagen. Den Schweden gönne ich jeden Migranten zur "gerechten" Aufnahme in ihr allumfassendes Sozialsystem. Sie waren die ersten, zumindest immer die vordersten, die den Sozialismus über die "freundliche" Schiene einführten (Steuern nahezu 100%). Ich gönne es Ihnen von Herzen, auch weil sie hierzulande stets als leuchtendes Beispiel für alle linken Gerechtigkeiten herhielten.
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    1. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Aber ich gönne es ihnen nicht, Herr Sand, dass jetzt so viele Flüchtlinge nicht registriert und völlig unkontrolliert in ihr Land einreisen. Und wenn der Weg mit den Fähren von Deutschland aus einmal gefunden ist, wird das ein riesiges Problem.
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    2. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Dazu muss man noch sagen das der Finnische Premier heute bekannt gab das Finnland wegen den Migranten bereits die Steuern erhöhen muss, um die zusätzlichen Ausgaben des ohnehin schon strapazierten Staatshaushaltes nicht noch weiter zu belasten. Neu werden Vermögen bereits ab einem Gehalt von 72.500 Euro jährlich zum höheren Tarif besteuert statt erst ab 90.000 Euro. So etwas ähnliches wird wohl in Schweden und Deutschland auch unumgänglich sein, aber das finanzielle ist noch das kleinste Übel.
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    3. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "Hier darf ich es wohl sagen." Aber sicher doch. Sie befinden sich hier mental auf dem Portal von SRF und nicht auf jenem von einem chinesischen Staatsender.
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    4. Antwort von Hans Zaugg (Hans Zaugg)
      @Sand: "Hier darf ich es wohl sagen." In diesem Forum, umgeben von Gleichgesinnten, ist das aber keine Heldentat.
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