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International Hunderttausende Ukrainer fliehen nach Russland

Immer mehr Menschen fliehen vor den Kämpfen in der Ostukraine ins Nachbarland. Donezk bereitet sich auf eine Evakuierung vor. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International prangert zudem Folter an.

Legende: Video Amnesty International besorgt wegen Folter in Ostukraine abspielen. Laufzeit 1:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.07.2014.

Nach Angaben von Behörden haben Hunderttausende Ukrainer Zuflucht in Russland gesucht. Und es könnten noch mehr werden: In der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk sagte der selbst ernannte Regierungschef Alexander Borodaj, dass sich die Millionenstadt auf eine Evakuierung vorbereite. Hunderttausende Menschen könnten aus Angst vor einer Bombardierung der Stadt durch ukrainische Regierungstruppen nach Russland übersiedeln, warnte er.

Derweil werden die Kämpfe in der Ostukraine immer heftiger. Amnesty International wirft den bewaffneten Separatisten und regierungstreuen Truppen gravierende Menschenrechtsverletzungen vor.

Kämpfe gehen weiter

Bei einem Raketenwerferbeschuss in der Ostukraine sind dem Innenministerium zufolge etwa 30 Soldaten ums Leben gekommen. Die Armee sei bei Selenopolje massiv von prorussischen Separatisten attackiert worden, sagte Behördensprecher Sorjan Schkirjak der Agentur Interfax zufolge in Kiew. «Bisher gibt es Informationen über etwa 30 Tote. Die Zahl kann sich noch erhöhen», sagte Schkirjak.

Insgesamt sind nach Einschätzung des renommierten Militärexperten Dmitri Tymtschuk bei der Offensive in der Ostukraine seit Mitte April rund 200 Militärangehörige getötet und etwa 500 verwundet worden.

Die Behörden bestätigten zudem fast 500 zivile Todesopfer. Zudem sollen nach Schätzungen Hunderte Aufständische ums Leben gekommen sein.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach zudem von «immer mehr Beweisen» für Folter und Menschenraub. In den vergangenen drei Monaten seien Journalisten, Aktivisten und Demonstranten schwer verprügelt und auf andere Weise gefoltert worden, teilte Amnesty mit.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Zürcher, Zürich
    Erstaunlich, dass anscheinend alle ins "Reich des Bösen" flüchten, und nicht westwärts in die "Wiege der Freiheit und Demokratie". Das sollte einem zu denken geben...
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  • Kommentar von Petra Meier, Reiden
    Der Bericht nimmt Bezug auf die Angaben der russischen Behörden. Viele Ukrainer flüchten aber auch aus der Krisenregion in den Westen des Landes und Kiew. Die Rolle Russlands ist etwas schizophren. Auf der einen Seite liefern sie unentwegt Waffen, Panzer und Kämpfer in das Krisengebiet und andererseits nehmen sie dann die Flüchtlinge in Empfang.
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    1. Antwort von N.Belg, Luzern
      Eben, dass ist auch "schizophren" zu glauben, dass Russland etwas liefert.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Hier wird unterschlagen, dass immer mehr Menschen auch westwärts flüchten. - Noch eine Info: Seit der "Befreiung" der Krim nach Sudenten-Muster ist dort der Tourismus fast zusammengebrochen. Es kommen keine Ukrainer und keine Rest-Europäer mehr, und die wenigen tausend Russen müssen stundenlang im Auto Schlange stehen, weil es noch heute keine Brücke gibt. Zudem ist alles viel teurer geworden und die Bauern können ihre Felder wegen des ukr. Wasser-Boykotts nicht mehr voll bestellen.
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    1. Antwort von N.Belg, Luzern
      Diese Desinformation habe schon gesehen, komisch dass sie nur Ukr.Medien glauben. Suchen sie bitte optimale Quellen.
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    2. Antwort von W. Helfer, Zürich
      J.S. Gem. UNHRC suchen viele Menschen nach legalen (was auch immer das heissen soll) Aufenthaltsmöglichkeiten, weil sie Angst davor haben bei einer Rückkehr in die Ukr. Nachteile od. Repressalien erleiden zu müssen. Und das mit den ukr. Touristen auf der Krim war wohl einfach nur bewusst ein schlechter Witz. Kiew stiehlt ja sogar die Renten der Ost-Ukr. Und den Zugang zu Wasser verhindern, gehört ganz klar vor int. Gerichte u scharf verurteilt u bestraft!
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    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @N. Belg: Die Nowosti-Propaganda bringt Sie auch nicht weiter. Diese "Desinformation" habe ich nicht von ukr. Medien. - @W. Helfer: Da meine ukr. Bekannten nicht allzu weit von der Krim wohnen und viele Male dort Ferien gemacht haben, bin ich an der Quelle. Die Landverbindung ist tatsächlich gekappt, es will ja auch niemand mehr zur Krim reisen. Das stimmt, der Stopp der Wasserzufuhr ist nicht fein, aber die Annexion dieser Halbinsel nach Sudeten-Muster auch nicht. Heult weiter!!
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    4. Antwort von N.Belg, Luzern
      Spielt ja keine Rolle ob die Medien, oder ukr.Bekannten, die Frage ist wo die oder sie selber jetzt gerade mit ihrer "Objektivität" stehen.
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