Hurrikan Sandy: Aus Fehlern nichts gelernt

Der Hurrikan Sandy verwüstete vor einem Jahr New York und New Jersey. Nun äussern Experten Kritik am Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur. Man habe die falschen Schlüsse aus den Vorfällen gezogen.

Insgesamt 285 Tote und Schäden in Milliardenhöhe, das war die Bilanz von Hurrikan Sandy, der vor einem Jahr auf seinem Pfad von der Karibik bis nach Kanada ein Bild der Zerstörung hinterliess. Nach Hurrikan Katrina im Jahr 2005 ist Sandy der kostspieligste Sturm, der die USA je heimgesucht hat.

Am härtesten traf es New York und New Jersey. Sandy zerstörte dort ganze Küstenstreifen und überschwemmte Strassen und U-Bahnschächte. In der Zwischenzeit sind die Schäden an den meisten Orten behoben worden. Doch Experten warnen: Der Schluss, dass es sich bei Sandy um einen Jahrhundertsturm handelte, sei falsch. Der nächste Sturm dieses Ausmasses könnte viel früher kommen als erwartet, meint Adam Sobel von der Columbia Universität.

Schwache Infrastruktur

Laut Sobel denke man beim Wiederaufbau zu kurzfristig. Die Schäden zu beheben käme zwar günstiger als neue Bauprojekte, langfristig behebe es die Probleme aber nicht. Den die aktuelle Infrastruktur sei bereits zu schwach gewesen und eine Reparatur, ohne sie den neuen Bedingungen anzupassen, macht laut Sobel keinen Sinn.

Am falschen Ort gebaut

Noch klarere Worte findet Robert Young, Experte für Küstenlinien an der Western Carolina Universität. Die 60 Milliarden, welche der Staat zum Wiederaufbau von New York und New Jersey bereitgestellt habe, würden falsch eingesetzt. Die Menschen bauten die Häuser einfach wieder dort auf, wo sie vorher standen. Dabei werde nicht berücksichtigt, dass sich die Küsten ins Landesinnere verlagern. Die grundsätzlichen Probleme würden damit nicht gelöst.