Zum Inhalt springen
Inhalt

Illegale Wahlkampfspenden Nicolas Sarkozy verbringt Nacht in Polizeigewahrsam

  • Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy ist von der Polizei in Gewahrsam genommen worden und hat die Nacht zum Mittwoch in Gewahrsam verbracht. Er wird derzeit befragt.
  • Sarkozy soll seinen Präsidentschafts-Wahlkampf 2007 mit Geld vom damaligen libyschen Diktator Muammar Gaddafi mitfinanziert haben.
  • Die Rede ist von mindestens 50 Millionen Euro.
Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy.
Legende: 2007 gewann Sarkozy die Wahlen und wurde Präsident – mit Hilfe illegaler Spenden? Keystone

Es ist laut der Zeitung «Le Monde» das erste Mal, dass Nicolas Sarkozy in diesem Fall angehört wurde. Die gerichtliche Untersuchung wurde aber schon im April 2013 eröffnet.

Die Untersuchung erstreckt sich auf die Bereiche aktive und passive Korruption, Einflussnahme auf den Handel, Fälschung und Verwendung von Fälschungen, Missbrauch von Firmenvermögen und Geldwäsche, Mittäterschaft und Verheimlichung dieser Straftaten.

Der ehemalige französische Präsident, der seit Mai 2012 nicht mehr an der Macht ist, hat die Vorwürfe immer abgestritten. Noch als Präsident nannte Sarkozy die Vorwürfe «grotesk».

Eine Diktatur macht einen Deal mit einer Demokratie

Nun ist aber ein neues Dokument aufgetaucht, das Sarkozy direkt belastet, wie SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser aus Paris berichtet.

Legende: Video Gaddafis Schatten holt Sarkozy ein abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.03.2018.

Das Dokument stammt von der lybischen Regierung und ist vom damaligen Chef des Geheimdienstes Mussa Kussa unterzeichnet. Demnach sind 50 Millionen Euro in die Wahlkampfkasse Sarkozys geflossen.

In Frankreich habe die Nachricht heftige Reaktionen ausgelöst, erklärt Gubser. «Eine Demokratie macht einen Deal mit einer Diktatur», das habe es noch nie gegeben, sagt Gubser. Nebst der Schuldfrage werfe das Dokument aber auch viele Fragen auf, zum Krieg und auch zum Sturz von Muammar Gaddafi.

Die Polizei kann Sarkozy insgesamt 48 Stunden in Gewahrsahm nehmen. Er könnte nachher den Richtern vorgeführt und angeklagt werden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

26 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Deshalb war Sarkozy auch so rege am Sturz von Gaddafi so intensiv beteiligt ,unter dem es den Menschen dieses Landes übrigens besser ging als heute und er war der Meinung dass mit dessen Tod, auch die beschriebene Wahlkampfhilfe Gaddafis aus der Welt ist? "Das grösste Pech auf Erden, als Schnapper noch geschnappt zu werden"
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von John Johnson (Kelten)
    Na ja, die jahrelangen unzählige Küsse von "Busenfreundin" Merkel hatten den Selbstdarsteller Nicolas Sarkozy wohl völlig blind gemacht:-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Pascal Ringenbach (stuhlflechter)
    Frage mich gerade wieviele die hier schreiben das Sarkozy ins Gefägnis gehört und diese Meldungen als absolut glaubwürdig ansehen (tue ich im übrigen auch), bei einer identischen/vergleichbaren Meldung die von ennet dem grossen Teich kommt (USA, Trump) dies als Fake-News bezeichnen würden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen