ILO alarmiert: Sozialer Schutz weltweit nicht ausreichend

Die UNO-Arbeitsorganisation ILO hat den weltweiten Sozialschutz untersucht. Dieser ist ungenügend – nur ein kleiner Prozentsatz der Weltbevölkerung hat kompletten Zugang zu Sozialwerken.

Eine riesige Schlange von Arbeitssuchenden in Indien

Bildlegende: Die Situation bei den Arbeitslosen ist besonders alarmierend: Nur wenige erhalten laut der ILO eine Entschädigung. Keystone

Über 70 Prozent der Menschen weltweit erhalten ungenügenden Sozialschutz. Zu diesem Fazit kommt ein in Genf vorgestellter UNO-Bericht.

Wie die UNO-Arbeitsorganisation (ILO) mitteilt, haben lediglich 27 Prozent der Weltbevölkerung kompletten Zugang zu Sozialwerken. In einigen Entwicklungsländern seien zwar Fortschritte erzielt worden, doch: Diese seien durch Rückschritte in Industrieländern wieder in Frage gestellt worden. In Folge der Wirtschaftskrise hätten viele Länder Unterstützungsgelder gekürzt.

Afrika rangiert am Schluss der Liste

Als besonders alarmierend stuft sie die Situation der Arbeitslosen ein. Nur ein kleiner Prozentsatz aller Betroffenen erhalte eine Entschädigung. Dabei gibt es grosse regionale Unterschiede. Während in Europa 64 Prozent der Arbeitslosen Gelder erhalten, sind es im Mittleren Osten und in Afrika weniger als 3 Prozent.

Etwas besser sehe es bei der Altersversorgung aus. Fast die Hälfte aller Pensionierten weltweit erhält laut ILO-Bericht eine Rente. Auch hier rangiert Afrika, wo nicht einmal jeder fünfte Rentner Gelder bezieht, am Schluss der Liste.

Weltweit sind zudem nur 34 Prozent aller Arbeitenden gegen Berufsunfall versichert. Eine Krankenversicherung haben immerhin 61 Prozent der Weltbevölkerung.