Im Jemen wendet sich das Blatt

Erbitterte Kämpfe in Aden. Nach Luftschlägen müssen sich die Huthi-Rebellen teilweise zurückziehen. Zudem drohen ihnen Sanktionen. Denn der Sicherheitsrat beschloss ein Waffenembargo.

Kämpfer des Präsidenten Hadi besetzen den Flughafen in Aden.

Bildlegende: Kämpfer des Präsidenten Hadi scheinen wieder die Oberhand in der Hauptstadt zu gewinnen – wie hier am Flughafen. Keystone

Regierungstreue Milizen sind in Jemens einzigen Gasverladehafen in Belhalf eingerückt. Der Betreiber der Anlage gab bekannt, dass der Hafen den Betrieb eingestellt habe.

Die Sicherheitslage in der Umgebung von Belhalf habe sich weiter verschlechtert, hiess es zur Begründung. Das Unternehmen sprach gegenüber seinen Aktionären, darunter die französische Total, von höherer Gewalt.

Die Milizen in Belhalf in der südlichen Provinz Schabwa unterstützen den ins Ausland geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

Offenbar wollen sie verhindern, dass die Hafenanlage den vorrückenden schiitischen Huthi-Rebellen in die Hände fällt. Diese hatten in der Vorwoche die Provinzhauptstadt Atak praktisch kampflos eingenommen.

Dutzende Huthi-Kämpfer getötet

Öl und Gas decken bis zu 90 Prozent der Staatseinnahmen des ärmsten Landes der Arabischen Halbinsel. Im Jemen kämpfen die Huthis aus dem Norden des Landes gegen Milizen und Sicherheitskräfte, die zu Hadi loyal sind.

Saudi-Arabien bombardiert seit fast drei Wochen Stellungen und Waffenlager der vom Iran unterstützten Huthis – mit Folgen. In der umkämpften Hafenstadt Aden hätten die Huthis ihre Kämpfer aus einem Bezirk zurückziehen müssen, teilte die Südmiliz mit.

Damit verlören die Huthis den Zugang zu einer wichtigen Brücke in Richtung Innenstadt. In der Provinz Dhalea und der Stadt Huta wurden den Angaben zufolge Dutzende Huthis getötet.

Embargo gegen Rebellen beschlossen

Unterdessen hat der Uno-Sicherheitsrat die Huthi-Rebellen mit einem Waffenembargo belegt und zum Rückzug aus den von ihnen besetzten Gebieten aufgefordert. Für eine entsprechende Resolution stimmten 14 der 15 Mitglieder des Gremiums.

Russland enthielt sich der Stimme. Moskau hatte sich vor der Abstimmung im Sicherheitsrat dafür ausgesprochen, ein Waffenembargo nicht nur gegen die Huthi-Miliz, sondern gegen alle Konfliktparteien zu verhängen.

Saudis stützen geflohenen Präsidenten

Der Konflikt im Jemen gilt als Stellvertreterkrieg zwischen dem schiitischen Iran, der die Huthis unterstützt, und dem sunnitischen Saudi-Arabien. Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten liefern sich seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Hadi.

Dieser floh im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden. Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe.

Friedensplan

Der Iran hat jetzt ein Vier-Punkte-Programm zur Lösung des Konflikts vorgestellt. Es sieht eine Feuerpause, humanitäre Hilfen, einen inner-jemenitischen Dialog und eine breite Regierung vor. Auch sollen alle Kämpfe am Boden eingestellt werden. Die islamische Republik unterstützt die Huthis politisch, nach eigenen Angaben aber nicht militärisch.