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International Im Tropenparadies herrscht Notstand

Auf den Malediven ist nach einer Explosion auf dem Boot des Präsidenten und einem Waffenfund der Notstand ausgerufen worden. Damit ist auch eine von der Opposition angekündigte Grossdemonstration in der Hauptstadt Malé verboten.

Legende: Video Notstand im Tropenparadies abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.11.2015.

Der Nostand im Touristenparadies der Malediven gilt für 30 Tage. Als Grund für die Massnahme nannte ein Präsidentensprecher in der Hauptstadt Malé «Bedrohungen der nationalen Sicherheit». Die Bedrohungslage erläuterte die Regierung aber nicht näher.

Im September hatte Präsident Abdulla Yameen eine Explosion auf seinem Boot unversehrt überlebt, seine Frau wurde am Rücken verletzt. Vizepräsident Ahmed Adheeb war nach dem Vorfall festgenommen und entlassen worden.

Waffen und Bomben gefunden

Ihm wird vorgeworfen, in den mutmasslichen Anschlag auf den Präsidenten verwickelt zu sein. Vor einigen Tagen wurden laut Generalbundesanwalt Mohamed Anil ausserdem ein Waffen- und Bombenversteck gefunden. Es habe Hinweise auf einen geplanten Anschlag gegeben, sagte Anil.

Protestversammlung verunmöglicht

Die Sicherheitsmassnahmen wurden nach Inkrafttreten des Notstands am Mittwochmittag verstärkt. Das Streik- und Versammlungsrecht ist ausgesetzt. Der Notstand ermöglicht es der Polizei auch, Häuser zu durchsuchen. Laut Verfassung ist die Dauer des Notstands auf 30 Tage begrenzt.

Fünf Soldaten patrouillieren in einer Strasse von Malé
Legende: Nationale Sicherheitskräfte markieren Präsenz in den Strassen von Malé, nachdem die Regierung den Notstand ausgerufen hat. Keystone

Am Freitag wollte die Maledivische Demokratische Partei (MDP) demonstrieren, was ihr nun verwehrt bleibt. MDP-Anführer Mohamed Nasheed war im Februar festgenommen und in einem hoch umstrittenen Verfahren zu 13 Jahren Haft verurteilt worden.

Seit Jahren politisch in der Krise

Das Tropenparadies befindet sich seit Jahren in einer politischen Krise. Auswirkungen auf die Tourismusindustrie hat das kaum, da die meisten Besucher auf abgelegenen Inseln Luxus-Urlaub machen. Dort gelten andere Regeln: So sind in der islamischen Republik Bikinis und Bier erlaubt, jedoch ausschliesslich an den Touristenstränden.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Was noch wissenswert ist, dieses Land ist islamisch und 2007 wurde etwa 700 Christen aus der Islamischen Ideologie heraus von der Regierung die Staatsbürgerschaft einfach entzogen. Die Malediven sind seit 1965 Mitglied der UNO (Völker- und Menschenrechtsorganisation). Hier sollten sich vielleicht unsere Schweizer Menschenrechtsschützer stärker engagieren, als in der Schweiz auf dem Völkerrecht herumzuhacken, wo es eigentlich rund läuft. Herr Bundesrat Burkhalter (UNO) wär doch nötig; oder?
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Ganz so Holzschnittartig wie Sie es darstellen, sind die religiösen Verhältnisse auf den Malediven nicht. Etwas mehr Hintergrundwissen ist schon notwendig um Fakten von den Schauermeldungen auf evangelikalen Internetseiten zu unterscheiden. Evangelikale US Missionare haben unter Einsatz ihrer materiellen Potenz versucht, sich auf den Malediven zu etablieren. Massive Unruhen im traditionellen Sozialgefüge waren die Folge. D Missionare wurden daher, nebst angeheirateten Einheimischen ausgewiesen.
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