Immer mehr deutsche Steuersünder stellen sich

In Deutschland steigt die Zahl der Selbstanzeigen beim Finanzamt. 6300 Reuige haben sich im laufenden Jahr gemeldet.

Im laufenden Jahr sind so viele Selbstanzeigen von Steuersündern bei den deutschen Finanzämtern eingegangen, dass die Zahl der vorhandenen Beamten zu derer Bearbeitung nicht ausreicht. Allein in Baden-Württemberg kam es zu 1500 Selbstanzeigen. In Rheinland-Pfalz, das vor kurzem eine Steuer-CD mit gestohlenen Bankdaten gekauft hatte, waren es knapp 700.

Schild des Finanzministeriums von Nordrhein-Westfalen.

Bildlegende: Beim Finanzamt in Nordrhein-Westfalen gingen bisher 1076 Selbstanzeigen ein. Keystone

Nach Angaben eines Steueranwalts kommen die deutschen Steuersünder mit einer Selbstanzeige gut weg. Die Nachzahlungen bei einer Selbstanzeige belaufen sich auf 5 bis 12 Prozent. Im Falle des gescheiterten Steuerabkommens zwischen der Schweiz und Deutschland hätten die Steuerpflichtigen rund 20 Prozent berappen müssen.

Der wachsende Druck auf Steuersünder zahlt sich derweil für den deutschen Staat aus. Im Jahr 2011 konnte die Staatskasse mit Hilfe von Strafverfahren Mehreinnahmen von knapp 1,2 Milliarden Euro verbuchen. Dies sind rund 400 Millionen mehr als im Jahr 2010.

Wie hoch der Anteil der Selbstanzeigen in diesen Jahren war, ist aber nicht bekannt. Die Statistik erfasst diesen Wert erst seit 2012 gesondert.