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International Immer noch hungert jeder achte Mensch

Die Anzahl Menschen, die ständig zu wenig zu Essen haben, verringert sich stetig. Noch immer aber ist jeder achte Erdenbürger von massiver Unterernährung betroffen – insgesamt fast 850 Millionen Menschen.

Eine ältere Frau in schwarzem Umhang sitzt am Boden und blickt auf einen gelben Sack Getreide.
Legende: Vor allem südlich der Sahara hungern viele Menschen (Bild aus Niger). Keystone

Trotz Fortschritten im Kampf gegen den Hunger leiden weltweit immer noch 842 Millionen Menschen an Nahrungsmangel und chronischer Unterernährung. Das hält die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in ihrem in Rom veröffentlichten Jahresbericht zum Hunger fest.

Regional grosse Unterschiede

Zwar sind damit 26 Millionen Menschen weniger von stetem Hunger betroffen als im letzten FAO-Jahresbericht. Weiterhin leidet aber jeder achte Erdenbürger an massiver Unterernährung. Die Zahl der ständig hungernden Menschen ging laut FAO in den vergangenen 20 Jahren aber immerhin um 17 Prozent zurück.

Die besonders betroffenen sogenannten Entwicklungsregionen machten zwar insgesamt Fortschritte auf dem Weg zu den von der UNO erklärten Millenniumszielen. Allerdings, so die FAO, seien die regionalen Unterschiede noch gross und es brauche weiterhin grosse Bemühungen, um Hunger und Armut in weiten Teilen der Welt zu beseitigen. Ziel der UNO ist es, die Zahl der hungernden Menschen bis 2015 im Vergleich zum Jahr 2000 zu halbieren.

Mehr Hungernde in Nordafrika

Kaum voran kommt der Kampf gegen den Hunger in den Gebieten südlich der Sahara. Im Norden des schwarzen Kontinents und im Nahen Osten sei die Zahl der Hungernden sogar gestiegen, sagt Josef Schmidhuber. Er ist stellvertretender Leiter der Statistik-Abteilung der FAO. In diesen Regionen seien die Landreserven für den Ackerbau ausgeschöpft. Zudem gebe es dort Probleme mit der Wasserversorgung.

Insgesamt betrachtet ist Afrika noch der Problem-Kontinent für die FAO. Insbesondere das Bevölkerungswachstum von vier Prozent jährlich ist ein Problem. Doch auch in Teilen Asiens wie Indien, Nepal, Pakistan und Bangladesch leiden immer noch gleich viele Menschen unter Unterernährung.

Preisexplosion 2008 bewirkte mehr Investitionen

Deutlich verringert hat sich dagegen die geschätzte Zahl der Menschen, die in Ost- und Südostasien sowie in Lateinamerika kaum etwas oder nicht genug zu essen haben.

Einer der Gründe hierfür seien die Rücküberweisungen von ausgewanderten Verwandten, sagt Schmidhuber von der FAO. «Diese sind – global betrachtet – schon heute dreimal grösser als die offizielle Entwicklungshilfe.» In Bangladesch etwa machen diese Beträge zehn Prozent des Bruttosozialprodukts aus.

Als zweiten Grund erwähnt Schmidhuber die Preisexplosion für Grundnahrungsmittel im Jahr 2008: Zwar hätten sich kurzfristig viele arme Menschen die Nahrungsmittel kaum mehr leisten können. Wegen der höheren Preise seien aber die Investitionen in die Landwirtschaft gestiegen und dank den damit verbundenen Mehrerträgen die Preise wieder gesunken.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Emmanuela Ganzi, Illanz
    Solange das so ist, ist jede Bank die an der Börse mit Nahrungsmitteln spekuliert, jede Firma die Nahrung in Bio-Treibstoff umwandeln will und ähnliches zu verurteilen. Individuell kann man versuchen weniger Essen wegzuwerfen, quasi den Teller leer essen :)
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  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Das würde dann umgekehrt bedeuten, dass aktuell 6,3 Milliarden Menschen genug zu essen haben. Dies entspricht dem Stand der Weltbevölkerung 2002/2003. Wenn die Menschheit die letzten 10 Jahre nicht gewachsen wäre gäbe es also keinen Hunger mehr. Dies ist die unangenehme Wahrheit.
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  • Kommentar von David Rothen, Bern
    Wieso wird der Hauptgrund für den Hunger nicht genannt? Laut der FAO wird 70% der weltweiten Agrarflächt allein für den westlichen Fleischkonsum genutzt, damit ist der westliche Fleischkonsum der Hauptgrund für den Welthunger und seine jährlich 9 Mio. Tote, davon 6 Mio. Kinder. Leider sind die Medien zu feige diese unangenehme Wahrheit zu sagen. Die Mörder sind wir, die Fleischesser.
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    1. Antwort von Theodor Kugler, 8413 Neftenbach
      Der Hauptgrund ist die Überbevölkerung. Wenn wir weniger als 1 Milliarde Menschen auf der Erde hätten, wäre das Fleischessen kein Problem, auch wenn ich einverstanden bin, dass viel zu viel Fleisch gegessen wird. Die zu vielen Menschen verursachen eine grosse Menge anderer Probleme wie zB Umweltverschmutzung, Migration, Stress, usw. Man darf einen Grund nicht isoliert betrachten, nur den ersten Grund und der ist die Überbevölkerung. Auch das Fleischessen ergibt sich daraus (könnte ich erklären).
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