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International In der Türkei brodelt es weiter

Die türkische Polizei ist erneut gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. In Ankara setzte sie am Sonntag Tränengas und Wasserwerfer gegen mehrere hundert Demonstranten ein.

Nasse Demonstraten mit einem Tramsparent vor einem Schaufenster in Ankara.
Legende: Tränengas und Wasserwerfer in Ankara. Reuters

In Istanbul blieb es am Tag nach den Ausschreitungen zum Jahrestag der Gezi-Proteste weitgehend ruhig. Anders hingegen in der Hauptstadt Ankara. Hier hatten sich rund 500 Menschen versammelt. Sie wollten an die Tötung eines 26-jährigen Demonstranten genau ein Jahr zuvor erinnern. Er war von Polizisten erschossen worden.

Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Landesweite Proteste gegen Regierung

Bereits am Samstag hatte Regierungschef Recep Tayyip Erdogan in einer Rede vor einer Teilnahme an den Protesten gewarnt und harte Massnahmen der Polizei angekündigt.

Legende: Video Proteste in der Türkei abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 31.05.2014.

Die Proteste im vergangenen Sommer hatten sich an Plänen der Regierung entzündet, den Gezi-Park am Rande des Taksim-Platzes zu bebauen. Am 31. Mai vor einem Jahr schlugen sie in landesweite Proteste um, die sich vor allem gegen den autoritären Regierungsstil Erdogans und die eskalierende Polizeigewalt richteten. Die Gezi-Proteste kosteten mindestens sieben Menschen das Leben.

1 Kommentar

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Erdogan ist nur der Ausdruck eines tief sitzenden Problems der Türkei. Die türkische Zivilgesellschaft ist klein. Menschen, die wie Erdogan denken, antiwestlich, antipluralistisch, autoritär-islamisch sind sehr zahlreich. Auf dieser Basis haben Demokratie und Pluralismus in der Türkei keinen Verteidiger vor Angriffen durch Erdogan, der aus dem einst säkularen Staat einen islamischen machen möchte. Dadurch hat die Türkei aber keine ernst zu nehmende Perspektive merh auf eine EU-Mitgliedschaft.
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