In diesen 5 Ländern ist Pressefreiheit am stärksten eingeschränkt

In keinem Land der Welt ist die Pressefreiheit so stark gefährdet wie in Eritrea. Das zeigt eine neue Studie des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ). Schlechte Noten bekommen auch Nordkorea, Saudi Arabien, Äthiopien und Aserbaidschan.

Journalisten demonstrieren für mehr Rechte.

Bildlegende: Immer wieder demonstrieren Journalisten weltweit für ihre Rechte. Keystone

1. Eritrea

Im afrikanischen Land leben die Journalisten besonders gefährlich. Momentan werden mindestens 23 Journalisten ohne Anklage festgehalten. In der jüngeren Vergangenheit soll es sogar zu fünf Todesfällen von Journalisten in Gefängnissen gekommen sein. Viele Journalisten sind aus Angst bereits aus dem Land geflohen. Die verbliebenen Berichterstatter leben in ständiger Angst, verhaftet zu werden. Nur staatlichen Medien ist es erlaubt, Nachrichten zu verbreiten. Das Internet ist sehr stark eingeschränkt. Der letzte akkreditierte internationale Korrespondent wurde 2007 aus dem Land gewiesen.

2. Nordkorea

Der Zugang zu freien Informationen in Nordkorea ist sehr stark eingeschränkt. Zwar ist die Medienfreiheit verfassungsrechtlich garantiert, doch in Wirklichkeit gibt es keine freie Presse. Fast alle Nachrichten in den wichtigsten Zeitungen, Zeitschriften und den Rundfunkanstalten stammen aus dem staatlichen Propagandaministerium. Im Zentrum der Berichterstattung steht meistens Staatsoberhaupt Kim Jong Un. Das Internet ist nur für die politische Elite bestimmt. Auch einige Schulen und staatliche Einrichtungen verfügen über Internetzugang – jedoch streng kontrolliert. Obwohl Mobiltelefone verboten sind, haben sich einige Bürger in den letzten Jahren geschmuggelte Handys beschafft, die auf chinesische Mobilfunkmasten zugreifen.

3. Saudi Arabien

Die saudische Regierung hat seit dem arabischen Frühling die gesetzliche Repression schrittweise intensiviert. Seit der Änderung des Pressegesetzes 2011 wird bestraft, wer gegen die Scharia verstösst, wer die nationale Sicherheit gefährdet oder kriminelle Aktivitäten ermöglicht. 2014 wurden neue Anti-Terror-Gesetze veröffentlicht, die laut Human Rights Watch «praktisch jeden unter Strafe stellt, der sich kritisch gegenüber der Regierung oder deren Verständnis vom Islam äussert.» Im vergangenen Oktober wurden sieben Saudis wegen der Nutzung von Twitter angeklagt. Sie hätten die Regierung kritisiert und Frauen zum Autofahren animiert. Den Beklagten wird oft kein Anwalt zur Seite gestellt.

4. Äthiopien

Im Mai wird in Äthiopien gewählt. In jüngster Zeit ging der Staat deshalb systematisch gegen die wenigen unabhängigen Publikationen des Landes vor. Journalisten wurden eingeschüchtert oder verhaftet und Verleger gezwungen, ihre Produkte einzustellen. 2014 wurden 10 unabhängige Journalisten und Blogger inhaftiert. Ihnen wird vorgeworfen, Terrorismus gefördert zu haben. Mindestens 16 Journalisten flüchteten ins Exil. Das staatlich kontrollierte Telekommunikationsunternehmen Ethio Telecom ist der alleinige Internet-Provider und kappt regelmässig kritische News-Websites. Internationale Journalisten sind im Land zwar zugelassen, werden aber überwacht.

5. Aserbaidschan

Die Hauptinformationsquellen in Aserbaidschan sind Fernsehanstalten. Sie sind allesamt im Besitz des Staates. Internationale Signale sind nicht verfügbar. Das Internet ist willkürlich eingeschränkt. Mindestens 10 Journalisten und Blogger, darunter auch die preisgekrönte Reporterin Khadija Ismayilova, sitzen in aserbaidschanischen Gefängnissen. Mehrere Journalisten sind aus dem Land geflohen. Die zurückgebliebenen Berichterstatter werden oft schikaniert und juristisch verfolgt.

Die weiteren Plätze (Quelle CPJ)

6.
Vietnam
7.
Iran
8.China
9.Myanmar
10.Kuba

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Repressionen in Ägypten

    Aus 10vor10 vom 4.11.2013

    Wie ernst meinen es die neuen Machthaber mit der Demokratisierung Ägyptens wirklich? Momentan kehrt das Land Schritt für Schritt zurück zu einem Regime, das Langzeitherrscher Mubarak einst installiert hatte. Nach der Revolution gewonnene Freiheiten – auch die Pressefreiheit – sind akut bedroht.

  • «The Guardian» von britischem Geheimdienst unter Druck gesetzt

    Aus Tagesschau vom 20.8.2013

    Der Geheimdienst habe von der Zeitung verlangt, dass sie auf weitere Enthüllungen im Fall des amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden verzichten müsse. Das teilt „The Guardian“ selbst mit. Falls dies so stimmt, stellt sich die Frage, wie es um die Pressefreiheit in Grossbritannien bestellt ist.

  • Pressefreiheit in China weiter unter Druck

    Aus Tagesschau vom 8.1.2013

    Ein Fall von Medienzensur sorgt für Empörung. Und auf einmal demonstrieren in den Städten Südchinas viele Chinesen für Pressefreiheit. Eine aufsehenerregende Entwicklung.