In Kaesong wird bald wieder gearbeitet

Seit rund vier Monaten stehen die Maschinen im nordkoreanischen Industriekomplex still. Jetzt haben sich Pjöngjang und Seoul geeinigt: Der gemeinsame Industriepark Kaesong wird wieder eröffnet.

Polizist auf einer einsamen Strassenkreuzung im Industriekomplex Kaesong, Nordkorea.

Bildlegende: Geisterstadt Kaesong. Im Industriepark wird seit April nicht mehr gearbeitet. Reuters

Nach sechs geplatzten Verhandlungsrunden haben sich Nord- und Südkorea geeinigt. Im gemeinsamen Industriepark Kaesong wird bald wieder gearbeitet. Der Durchbruch gelang erst, nachdem Südkorea drohte, sich dauerhaft aus Kaesong zurückzuziehen. Dadurch wäre eine wichtige Devisenquelle für Pjöngjang versiegt.

Im Abkommen wird noch kein Datum für die Wiedereröffnung genannt. Aber beide Länder wollen schnellstmöglich zum normalen Betrieb zurückkehren. Ausserdem geben sich beide Seiten das Wort, Kaesong nicht noch einmal zum Opfer politischer Spannungen werden zu lassen.

Nordkorea fühlte sich provoziert

Nordkorea hatte im April wegen eines Militärmanövers Südkoreas und der USA seine 53'000 Arbeiter aus Kaesong abgezogen. Hintergrund waren militärische Spannungen, die durch den dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar ausgelöst worden waren.

Die Einigung kam kurz vor dem nächsten US-südkoreanischen Manöver zustande: Am Montag beginnt eine jährliche Übung, bei der 50'000 südkoreanische und 30'000 US-Soldaten eine Invasion aus Nordkorea durchspielen. Die nordkoreanische Zeitung «Rodong Sinmun» warnte im Juli vor einer Eskalation «bis an den Rand eines Krieges».

Sonderfall Kaesong

Kaesong ist eine Sonderwirtschaftszone auf nordkoreanischem Gebiet. Es gilt als Symbol für die friedliche Zusammenarbeit beider Länder.