Indien: Prozess gegen Vergewaltiger eröffnet

Die Gerichtsverhandlung gegen die mutmasslichen Peiniger einer Schweizer Touristin hat begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den jungen Männern Vergewaltigung vor. Zudem hätten sie das Schweizer Ehepaar beraubt. Die Angeklagten behaupten nicht schuldig zu sein.

Vermummte Personen werden von Polizisten begleitet.

Bildlegende: Die sechs Angeklagten wurden bereits Mitte März dem Richter vorgeführt. Keystone


Strengere Strafen für Vergewaltiger in Indien

4:13 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.03.2013

Zwei Wochen nach der Vergewaltigung einer Schweizer Touristin in Indien hat der Prozess gegen sechs Männer begonnen. Die Verhandlung startete nach Polizeiangaben mit der Aussage der ersten Zeugen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten im Alter von 20 bis 25 Jahren unter anderem vor, die 39jährige Schweizerin vergewaltigt zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht den Angeklagten bis zu 20 Jahre Haft.

Das Paar, das am Mittwoch aus Indien abgereist ist, war beim Campen im Wald von einer Gruppe Männer überfallen und ausgeraubt worden. Die Täter fesselten den Mann und vergewaltigten die Frau vor seinen Augen.

«Die Angeklagten haben sich in ersten Anhörungen für nicht-schuldig erklärt», sagte der Distriktchef der Polizei. Die leitenden Ermittler betonten jedoch, dass sie genug Beweise gegen die Angeklagten hätten, inklusive DNA-Spuren.

Opfer gegen Todesstrafe

Die vergewaltigte Schweizerin hatte vor ein paar Tagen über den Botschafter in Indien mitteilen lassen, dass sie und ihr Partner zwar wollen, dass die Täter angemessen bestraft werden, sie jedoch die Todesstrafe ablehnen.

Vergewaltigern droht in Indien nach einem neuen Gesetz bis zu 20 Jahren Haft. Die Todesstrafe kann verhängt werden, wenn der Täter bereits zum zweiten Mal wegen einer Vergewaltigung verurteilt wird, das Opfer an den Folgen der Tat stirbt oder dauerhaft im Koma liegt.

Möglichst rascher Prozess

In einem an den Gouverneur des Bundesstaates Madhya Pradesh adressierten Brief habe die Touristin «den Wunsch geäussert, dass der Prozess möglichst schnell stattfindet und damit Gerechtigkeit gesprochen wird».

Seit im Dezember eine 23-Jährige von mehreren Männern in einem Bus in Neu Delhi vergewaltigt wurde und später an ihren Verletzungen starb, gibt es eine rege Debatte in Indien über Gewalt gegen Frauen. Seitdem wurden Gesetze geändert und die Polizei sensibilisiert.

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Indien: Schweizerin Opfer einer Gruppenvergewaltigung

4:54 min, aus Tagesschau vom 16.3.2013