Irak warnt: Terroristen besitzen Uran

Der Konflikt im Irak könnte in eine neue gefährliche Phase eintreten. Terroristen seien in den Besitz von Nuklearmaterial gelangt, teilt die Regierung in Bagdad mit. Ob das kiloschwere Gemisch zur Herstellung von Atomwaffen dienen könnte, ist allerdings umstritten.

Ein Warnzeichen für Radioaktivität

Bildlegende: Nuklear-Warnung aus Bagdad: Terroristen sollen im Norden des Landes in den Besitz von Uran gekommen sein. Reuters

Aufständische im Irak sind nach Regierungsangaben an Nuklearmaterial gelangt. Die radioaktiven Stoffe stammten aus der Forschung einer Universität im Norden des Landes, teilte der Irak in einem Brief den Vereinten Nationen mit. Fast 40 Kilogramm von Urangemischen seien in der Uni Mossul gelagert worden.

Der UNO-Botschafter des Iraks rief die Staatengemeinschaft in einem Brief zur Hilfe auf, «um die Bedrohung abzuwenden, dass es von Terroristen im Irak oder anderswo verwendet wird».

Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) stellen die niedrig radioaktiven Substanzen vermutlich jedoch kein grosses Sicherheitsrisiko dar. Trotzdem sei ein derartiger Fall immer besorgniserregend. Auch aus US-Regierungskreisen hiess es, die Stoffe enthielten wohl kein angereichertes Uran. Sie könnten kaum zum Waffenbau dienen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Fototermin für Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Atomsicherheitsgipfels in Den Haag.

    In kleinen Schritten zu grösserer Atomsicherheit

    Aus Echo der Zeit vom 25.3.2014

    Die rund 50 Staats- und Regierungschefs am Atomsicherheitsgipfel in Den Haag haben eine Vielzahl zwar unspektakulärer, aber sehr konkreter Massnahmen beschlossen. In ihrer Summe helfen sie durchaus zu verhindern, dass waffenfähiges Nuklearmaterial in die Hände von Terroristen gelangt.

    Fredy Gsteiger