Irakische Offensive gegen den IS kommt nicht voran

Scharfschützen und Sprengsätze verhindern die Rückeroberung der Grossstadt Tikrit durch die irakischen Streitkräfte. Drei Stadtteile sollen sich weiterhin unter der Kontrolle des Islamischen Staates befinden.

Zwei irakische Soldaten suchen spähend den Horizont ab.

Bildlegende: Die irakischen Streitkräfte werden in Trikit durch Autobomben und Sprengfallen aufgehalten. Reuters

Die Offensive der irakischen Streitkräfte gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in der Grossstadt Tikrit ist ins Stocken geraten. Die Islamisten hätten noch immer ein Anwesen des früheren Machthabers Saddam Hussein sowie drei Stadtteile unter ihrer Kontrolle, hiess es in Militärkreisen.

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Armee kontrolliert wieder Teile von Tikrit

0:31 min, aus Tagesschau vom 12.3.2015

IS leistet erbitterten Wiederstand

Bei ihrer Offensive trifft die Armee teils auf erbitterten Widerstand. Am Mittwoch etwa zündeten die Aufständischen in der Stadt Ramadi, westlich von Bagdad, 13 Autobomben. Ausserdem eroberten sie dort eine Brücke über den Fluss Euphrat.

Der Vormarsch der Soldaten und schiitischer Milizen wird von Scharfschützen und Sprengsätzen aufgehalten. Ein Reuters-Fotograf beobachtete, wie am Stadtrand im Süden eine Autobombe explodierte. Angaben aus Sicherheitskreisen zufolge sollen IS-Kämpfer zudem in verlassenen Gebäuden Sprengfallen versteckt haben.

Saddam-Palast als Hauptquartier

Die sunnitische Miliz IS hatte die Heimatstadt Saddams im vergangenen Jahr eingenommen und war fast bis Bagdad vorgerückt. Einen Palast des hingerichteten Machthabers nutzt sie in Tikrit als Hauptquartier.

Inzwischen ist die von Schiiten geführte Zentralregierung in der Offensive und wird dabei auch vom Iran sowie einer internationalen Allianz unter Führung der USA mit Luftangriffen unterstützt. Tikrit wäre die erste Stadt, die die Armee vom IS zurückerobern würde und eine wichtiger Erfolg beim Vorrücken auf die nordirakische Metropole Mossul, die der IS ebenfalls besetzt hat.