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Reaktion auf Sanktionen Iran droht mit Kündigung des Atomabkommens

Hassan Rohani, iranischer Präsident
Legende: Hassan Rohani war 2003 Chefunterhändler der Atomprogramm-Gespräche, damals mit Frankreich, GB und Deutschland. Keystone
  • Sollte Washington seine Politik «der Sanktionen und des Zwangs» fortsetzen, könne Teheran das Abkommen binnen Stunden aufkünden, warnte der iranische Präsident Hassan Rohani.
  • Frühere US-Regierungen hätten schon «gescheiterte Erfahrungen» mit Sanktionen und Zwang gemacht, sagte Ruhani in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache im Parlament.
  • US-Präsident Donald Trump habe der Welt gezeigt, dass er «kein guter Partner» sei.
  • Trump ist ein scharfer Kritiker des 2015 geschlossenen internationalen Atomabkommens mit dem Iran. Die USA verhängten seither mehrfach neue Sanktionen gegen den Iran.

Seit dem Amtsantritt von Donald Trump im Januar haben sich die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran deutlich verschlechtert. Rohani warf den USA vor, wiederholt gegen ihre eigenen Zusagen hinsichtlich des Atomabkommens verstossen zu haben. Die USA seien «kein verlässlicher Verhandlungspartner» mehr.

Zur früheren Situation zurückkehren

Frühere US-Regierungen hätten es bereits mit Sanktionen und Zwang versucht, sagte er sinngemäss. «Falls sie zu dieser Erfahrung zurückkehren wollen, werden wir noch viel stärker zu unserer früheren Situation zurückkehren.»

Das Atomabkommen war 2015 zwischen den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran geschlossen worden. Es verpflichtet Teheran, seine Urananreicherung drastisch zurückzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug sollen schrittweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    President D. Trump, nicht nachgeben! Der Iran hat sich in der Zeit nach der Lockerung der Sanktionen nicht wirklich geändert. Die Drohungen gegen Israel sind geblieben, die Leistungsfähigkeit der Raketen, die Atomsprengköpfe tragen können, ist erhöht worden. Zusätzlich strebt der Iran, unter anderem auch durch die Unterstützung von rücksichtslosen Rebellengruppen, auf noch grösseren Einfluss oder gar die Stationierung eigener Kräfte in Syrien hin.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Der Iran bemüht sich auch um die Schaffung durchgehender Transportwege für Waffen und Munition in Syrien in Richtung Libanon zur Hisbollah, und um Aufmarschräume für iranische Streitkräfte an der Grenze zu Israel. Und bei all diesen Bestrebungen waren und sind europäische Spitzenpolitiker auch noch hilfreich.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Die Sanktionen gegen den Iran sind wieder ein Beispiel dafür, dass die USA sich praktisch nie an internationalen Abmachungen halten, und das liegt in dem Falle nicht an ein Hüftschuss des Präsidenten. Die Sanktionen wurden von den meisten US-Abgeordneten, inkl. Demokraten (!) beschlossen, womit die USA ihre Zusagen zum Iran gebrochen haben. Die USA sind int. absolut unzuverlässige Partner z.B. im Vgl. zu Russland. Das wird sie weiter isolieren und schwächen.
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Israel ist zur Zeit der einzige friedliche demokratische Staat im Nahen Osten wo auch Muslime in Frieden leben können. .
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Nur zu verständlich, die Reaktion des Iran, das die Bedingungen des Atomsperrvertrags bisher total eingehalten hat, was auch die neutrale Aufsicht schon mehrfach bestätigt hat, während die USA die Sanktionen nicht (wie im Vertrag festgelegt) aufhebt und nun unter Trump sogar wieder erweitert. Kein Wunder, dass sich die iranische Regierung über den Tisch gezogen fühlt!
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