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International Iran vollstreckt umstrittenes Todesurteil

In Iran ist trotz internationaler Appelle eine 26-jährige Frau hingerichtet worden. Laut Gericht hat Rayhaneh Dschabbari einen iranischen Geheimdienstmitarbeiter ermordet. Sie selber hatte vor Gericht zugegeben, in Notwehr gehandelt zu haben, da der Mann sie habe vergewaltigen wollen.

Reyhaneh Dschabbari an einem Pult vor Gericht
Legende: Keine Gnade für Reyhaneh Dschabbari. Die Architektin wurde trotz Protesten im Morgengrauen gehängt. Keystone

Trotz internationaler Appelle ist im Iran eine 26-jährige Frau nach fünf Jahren in der Todeszelle hingerichtet worden. Die Innenarchitektin Reyhaneh Dschabbari wurde im Morgengrauen gehängt.

Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Teheran. In einer Nachricht auf einer Facebookseite, auf der zur Rettung des Lebens der jungen Frau aufgerufen worden war, wurde die Urteilsvollstreckung bestätigt.

Zahlreiche Stimmen forderten Aussetzung

Die 26-Jährige war wegen Mordes an dem Geheimdienstmitarbeiter Mortesa Abdolali Sarbandi verurteilt worden. Dem UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed, zufolge war Dschabbari von Sarbandi als Innenarchitektin engagiert worden. In seiner Wohnung soll er sie sexuell belästigt haben, woraufhin sie ihn in Selbstverteidigung erstochen habe.

Neben iranischen Schauspielern und anderen Prominenten gab es auch im Westen zahlreiche Stimmen, die eine Aussetzung der Todesstrafe für die junge Frau gefordert hatten. Nach Angaben der Vereinten Nationen und internationaler Menschenrechtsgruppen kam Dschabbaris Geständnis unter massivem Druck und Drohungen seitens der Anklage zustande.

Die UNO hat bereits mehr als 250 Hinrichtungen im Iran in diesem Jahr gezählt.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Tareq Abdulkareem, New York
    Jedes mal wenn ich diese Webseite besuche, stoße ich auf sehr rassistische Kommentare, die nicht zum normale zivilisierte Gesellschaft passt. gibt es eigentlich keine Richtlinien? oder sind eine Religion zu beschimpfen in der Schweiz erlaubt?
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    1. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Dear Tareq Abdulkareem, die CH verfügt über gute Richtlinien bezüglich Menschen- Völker- und Bürgerrechte. Die Problematik, sie müssen auch von jedem Einzelnen (einheimische wie zugezogene) respektiert werden. Da hapert es global und herrscht oft Anarchismus. when in Rome, do as the Romans do. Selber viele Jahre in islamischen Ländern verbracht, lief ich auch nicht während dem Ramadan tagsüber, ein Sandwich mampfend oder rauchend in Al-Khobar KSA, in den Strassen rum. As-salamu ‘alaikum.
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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Ist schon toll wie man hier die USA mit dem Iran vergleichen kann. Fragen wir doch mal je 1000 Leute mit dem Angebot gratis für 1 Jahr in einem dieser 2 Staaten leben zu dürfen. Wieviele gehen in den Iran, wieviele gehen in die USA.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Hier sind die Todesurteile das Thema. Da gibr es durchaus Parallelen. Dass die USA lebenswerter ist ist wieder ein anderes Thema.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Der Iran ist formal eine Demokratie, der Staat sichert seine Macht aber über Strukturen ab,die man hier mit den Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts in Verbindung bringen würde. Offensichtlich hat das Gericht dem Opfer keinen Glauben geschenkt,sondern hat eine Strafe verhängt,wie sie im Rechtssystem des Iran für einen Mord an einem Repräsentanten des Staats vorgesehen ist. Dies ist primär keine Frage der Religion,sondern mehr dessen, wie ein Staat das Verhältnis zu seinen Bürgern definiert.
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