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International Iranische Atompolitik: Alles bleibt beim Alten

Der Iran hält an seinem umstrittenen Atomprogramm fest. Daran ändern auch die Präsidentenwahlen vom kommenden Freitag nichts. Somit wird das Erbe des abtretenden Präsidenten Ahmadinedschads fortgesetzt.

Legende: Video Wahlen im Iran abspielen. Laufzeit 03:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.06.2013.

Der prinzipielle Kurs der iranischen Atompolitik werde beibehalten – auch nach der Präsidentenwahl. Dies sagte der iranische Aussenminister Ali-Akbar Salehi gegenüber der Nachrichtenagentur Isna Salehi.

 Aussenminister Ali-Akbar Salehi
Legende: Aussenminister Ali-Akbar Salehi glaubt nicht an einen Strategiewechsel in der iranischen Atompolitik. Keystone

Auch am grundlegenden Kurs in der Aussenpolitik werde sich nichts ändern, unabhängig davon, was die Kandidaten während des Wahlkampfes sagten. Auslöser war eine Fernsehdebatte am Freitag. Einige der acht Präsidentschaftskandidaten erhoben schwere Vorwürfe gegen den noch amtierenden Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.

Sie warfen ihm und Atomunterhändler Said Dschalili vor, mit ihrer Atompolitik für die Sanktionen des Westens und die Wirtschaftskrise im Land verantwortlich zu sein.

Bevölkerung leidet unter den Sanktionen

Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms Atomwaffen entwickeln zu lassen. Der Iran bestreitet das.

Wegen der westlichen Sanktionen leidet das Land unter der Inflation. Im vergangenen Jahr hat die iranische Währung Rial gegenüber dem Dollar fast zwei Drittel seines Wertes verloren. Je härter die Sanktionen, desto höher ist der Wertverlust des Rial.

Die Leidtragenden sind die Menschen. «Die Bevölkerung zahlt einen hohen Preis für die Anpassung der Wirtschaft des Landes an die internationale Isolierung», sagt SRF-Korrespondent Ulrich Tilgner in der Tagesschau. Das Land habe gelernt, mit Sanktionen zu leben. Tilgner ist überzeugt: «Hoffnungen westlicher Regierungen auf ein Einlenken der politischen Führung oder einen Zusammenbruch der Islamischen Republik werden sich nicht erfüllen.»

Im Iran wird am 14. Juni ein neuer Präsident gewählt. Dessen Befugnisse sind allerdings begrenzt. In der Atom- und Aussenpolitik hat das religiöse Oberhaupt, Ajatollah Ali Khamenei, das letzte Wort.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von rita linn, 8008 zürich
    umstritten ist das atomprogramm ja eigentlich nur von westlicher seite. ein streit entsteht bekanntlich mit mindestens zwei parteien, also kann hier nicht von umstritten geredet werden, eher vom gezänk, laut daher reden und sich einmischen von westlichen politikern. was wollen diese bloss von diesem land? da werden die einwohner eines ganzen landes bis zur letzten e-mail von der nsa überwacht und keine superdrohne aus dem osten ist im anflug, um die einwohner vor diesem terrorismus zu befreien?
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  • Kommentar von rita linn, 8008 zürich
    iran ist einer der grössten und ältesten staaten auf der welt mit einer kulturellen und geografischen vielfalt sondergleichen. das land hat in den letzten jahrhunderten keinen einzigen krieg angezettelt im gegensatz zu den usa. die sanktionen treffen vor allem auch die länder, die die sanktionen durchziehen, peugeot und renault zb haben vor allem wegen den nicht mehr durchführbaren exporten grosse schwierigkeiten. westliche leitmedien berichten einseitig und kolonisationsgedanken unterstützend.
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  • Kommentar von Reza Ziaeian, Fribourg
    Das ist wirklich enttäuschend, wie die Nachrichten bezüglich des Irans berichtet werden. In den letzten zwei Wochen gab es 3 Präsidentschaftsdebatte (je 4 Stunden lang). Und die Kandidaten hatten verschiedene Stellungnahmen gegen Probleme des Landes und Aussenpolitik. Ich frage mich, warum KEIN EINZIGES Nachricht darüber erwähnt wurde!!!! Das war wirklich das einzige wichtige Nachricht von Iran innerhalb dieser Wochen?!
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