Iranische Charmebremse: Geistiger Führer pfeift Rohani zurück

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hat Präsident Hassan Rohani nach dessen Auftritt vor der UNO kritisiert. Den Amerikanern vertraue man nicht.

Chamenei.

Bildlegende: Chamenei hat klargemacht, wer im Iran das Sagen hat. Keystone

«Einiges von dem, was in New York passiert ist, war nicht angemessen.» Ins Detail ging Chamenei nicht. Er erklärte aber auch, man «unterstütze» die diplomatische Initiative der Regierung.

Mehr Macht als Rohani

Chamanei griff die USA an. «Wir sind den Amerikanern gegenüber pessimistisch und schenken ihnen kein Vertrauen. Die amerikanische Regierung ist hochmütig und uneinsichtig und sie bricht ihre Versprechen.»

Auch die Zusammenarbeit zwischen den USA und Israel kritisierte Chamenei. Er kündigte an, man werde «hart» auf feindliche Aktionen reagieren. «Wir hören immer wieder abscheuliche Drohungen der Feinde der iranischen Nation», erklärte er.

In der Islamischen Republik Iran gilt nicht der Präsident, sondern das geistliche Oberhaupt als mächtigster Mensch im Staat. Chamenei bestimmt die politischen Leitlinien. Er ist Oberkommandant der Streitkräfte, das Atomprogramm untersteht seiner Kontrolle.

Eigentlich neue Töne

Rohani hatte vor der UNO-Vollversammlung in New York die zivile Ausrichtung des iranischen Atomprogramms betont. Ausserdem erklärte Ruhani, sein Land strebe
eine «konstruktive» Zusammenarbeit mit anderen Staaten an. In Interviews bemühte er sich um eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA und zum Westen.