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International Irans Männerriege entdeckt Frauenrechte

Die männliche Führung im Iran hat Defizite bei Frauenrechten im Land ausgemacht. Der ungleichen Behandlung der Geschlechter soll künftig stärker entgegengewirkt werden. Das jedenfalls hat Irans Präsident am nationalen Frauentag erklärt.

Präsident Ruhani
Legende: Offenbarte sich als neuer Kämpfer für Frauenrechte: Irans Präsident Ruhani. Keystone

Präsident Hassan Ruhani hat sich für eine Stärkung der Frauenrechte ausgesprochen. «Die ungleiche Behandlung und die Gewalt gegen Frauen müssen aufhören», sagte Ruhani in einer Rede zum Frauentag im Iran. Es gebe noch «viele Defizite bei der Verteidigung der Frauenrechte».

Applaus der weiblichen Elite

Die weibliche Hälfte der Gesellschaft dürfe nicht an den Rand gedrängt werden, betonte Ruhani. Nach den Regeln des Islam seien Männer und Frauen gleichwertig, kein Geschlecht sei dem anderen überlegen. Das westliche Frauenbild sei für den Iran allerdings kein Vorbild, stellte Ruhani klar.

Zu der Rede waren Vertreterinnen der weiblichen Elite des Landes eingeladen. Nach Angaben iranischer Medien bedachten sie die Äusserungen des Klerikers mit Applaus. Ruhani war im Juni mit dem Versprechen einer gesellschaftlichen Öffnung dank der Stimmen der Reformer zum Präsidenten gewählt worden.

Weibliche Gefangene begnadigt

Kurz nach dem Auftritt Ruhanis verkündete Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei, er habe mehrere weibliche Gefangene begnadigt oder ihr Strafmass herabgesetzt. Ihre Verbrechen seien nicht gravierend gewesen, teilte Chamenei auf seiner Internetseite mit.

Internationale Beobachter üben regelmässig Kritik an der Menschenrechtslage im Iran. Sie bemängeln unter anderem, dass Frauen ohne Erlaubnis eines männlichen Familienmitglieds nicht ins Ausland reisen dürfen, und dass eine Zeugenaussage einer Frau vor Gericht nur halb soviel zähle wie diejenige eines Mannes.

Tricksen in Teheran

Tricksen in Teheran
Legende: Ebadi beim Weltkongress gegen die Todesstrafe in Genf 2010. keystone

Irans Regierung fürchtet gebildete Frauen. Zu dieser Einschätzung kommt die iranische Juristin Schirin Ebadi in einem Interview. Die Führung in ihrem Land versuche mit Tricks, den Aufstieg der Frauen zu stoppen. Ebadi hat 2003 als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis erhalten und war 2006 zu Gast in der «Sternstunde Philosophie».

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Ruhani ist ein dreister Lügner! Er weiss ganz genau, dass nach den Regeln des Islam Männer und Frauen NICHT gleichwertig sind. Die Scharia benachteiligt Frauen z.B. vor Gericht (die Aussage einer Frau ist nur halbsoviel Wert wie die eines Mannes), beim Erben, beim Heiraten (Frau darf nur einen Ehemann haben; Mann darf 4 Ehefrauen haben), beim Scheiden (eine Prozedur für die Frau; der Mann braucht bloss 3 Mal "ich verstosse dich!" laut auszusprechen = Scheidung), etc..
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  • Kommentar von ursula Morf, Thun
    Da schau her! Diesen Satz von Ruhani musste ich zweimal lesen: Nach den Regeln des Islam seien Männer und Frauen gleichwertig, kein Geschlecht sei dem anderen überlegen. Klar, es sind nur Worte. Aber der Ruhani könnte ein Rundschreiben mit diesen Worten verfassen und es an alle männlichen religiösen Würdenträger dieser Welt schicken... Das würde das schlechte Karma der Männer vielleicht etwas aufbessern.
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    1. Antwort von Karl-Heinz Sägesser, Buochs
      U.Morf: und genau diese reaktion zeigt mir auch auf warum Ruhani nicht das westliche Frauenbild als Vorbild nehmen kann!!! Würde ich auch nicht tun!!!
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