Irans Präsident nennt Israel «alte Wunde»

Der neue iranische Präsident Hassan Rohani hat Israel als «Wunde» im Fleisch der islamischen Staaten bezeichnet. Israel ist empört. Damit verschärft sich kurz vor Rohanis Amtseinführung der Ton zwischen den beiden Ländern.

Rohani hebt den Zeigefinger.

Bildlegende: Rohani war bisher eher durch ruhige Töne aufgefallen. Keystone

«Die islamische Welt muss gegenüber dem zionistischen Regime Einheit zeigen, da dieses Regime eine alte Wunde ist, die seit Jahren in ihrem Körper steckt und beseitigt werden muss». Dies sagte der gewählte iranische Präsident, Hassan Rohani, laut Nachrichtenagentur ISNA.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wertete diese Aussagen als Beweis für die wahren Absichten des neuen Präsidenten. «Rohani hat sein wahres Gesicht früher als erwartet gezeigt», erklärte er.


«Die iranische Politik ist jetzt realistischer»

8:39 min, aus SRF 4 News aktuell vom 12.07.2013

Die Welt müsse nun aus ihren Illusionen erwachen: «Es gibt einen neuen Präsidenten, aber das Ziel des Regimes hat sich nicht verändert – Atomwaffen zu entwickeln, um Israel, den Nahen Osten und Frieden und Sicherheit in der ganzen Welt zu bedrohen.»

Rohani tritt an diesem Wochenende sein Amt an. Er hatte bisher Wahl gemässigte Tönte angeschlagen. Obwohl er eine Versöhnung mit dem Westen beabsichtigt, wird im Nahostkonflikt keine Kursänderung erwartet.