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International Iren wehren sich gegen Wassergebühr

Bis zu 400 Euro pro Jahr für Leitungswasser? Die Iren ertrugen viele Sparmassnahmen – doch nun ist ihre Geduld am Ende.

Tausende demonstrieren mit Plakaten auf den Strassen
Legende: Allein in der Hauptstadt Dublin demonstrierten 20'000 Menschen. Keystone

Zehntausende Iren haben gegen die Sparpolitik ihrer Regierung protestiert. Auslöser der Demonstrationen, die im ganzen Land stattfanden, war die geplante Einführung von Wassergebühren.

Bisher wurde die Wasserversorgung durch Steuern finanziert. Mit den neuen Gebühren wird ein Durchschnittshaushalt wahrscheinlich zwischen 200 und 400 Euro im Jahr bezahlen müssen.

Kein Geld für neue Schuhe

Irland rutschte im Jahr 2010 in eine tiefe Krise, weil die Regierung marode Banken rettete. Der Inselstaat wurde schliesslich selbst von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds vor der Pleite gerettet.

Im vergangenen Jahr konnte die Regierung das Hilfsprogramm beenden und erwartet 2014 wieder ein Wirtschaftswachstum von knapp fünf Prozent. Viele Iren beklagen, dass dieser Aufschwung bei ihnen nicht ankomme.

«Das Mass ist voll»

«Es geht nicht nur um Wasser. Es geht um die vergangenen fünf Jahre», sagte ein 55-jähriger Schildermaler. Er habe sein Auto abschaffen und seine Lebens- und Krankenversicherung kündigen müssen. In diesem Jahr habe er nachdenken müssen, ob er sich neue Schuhe kaufen könne. «Soweit sind wir gekommen. Das Mass ist voll.»

Irland hatte sich im Rahmen des internationalen Hilfsprogramms verpflichtet, die Wassergebühren einzuführen. Ausnahmen soll es zwar geben. Es gibt aber keine Anzeichen, dass der Plan insgesamt fallen gelassen wird. Die Iren hatten härtere Einschnitte jahrelang vergleichsweise gelassen hingenommen. Experten zufolge entlädt sich mit den Protesten gegen die Wassergebühren nun ihre Verärgerung.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Niederer, Cork (Irland)
    Es war nicht die Entscheidung der Regierung, es war die Entscheidung der Gläubger (EU&Banken). Die Wasserversorgung wurde hier immer über die Steuereinahmen abgewickelt. Wieso das wir nun noch mehr bezahlen müssen für Wasser das nicht trinkbar ist (wie bei mir zu Hause - Kolibakterien trotz starker Chlorierung) versteht wohl niemand. Nun ja, immerhin lebe ich im Rebel County (Cork) und hoffe zutiefst dass niemand seine Wather Charge bezahlen wird.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Gegen solche überrissenen Gebühren würde ich mich auch wehren.
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Wasser ist ein Grundrecht von jedem Menschen. Das was die Regierung da versucht ist mehr als nur Menschenrechtsverletztung, dass ist schon Folter. Es kann nicht sein, dass dies durch kommt. Iren wehrt euch gegen dies, setzt die Regierung ab, so darf man nicht mit euch umgehen.
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