IS auf dem Vormarsch: Syrien ruft um Hilfe

Das Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition hat den Westen um Hilfe im Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) gebeten. Die IS-Terroristen haben in den letzten zwei Wochen in Syrien rund 700 Menschen getötet.

UNO-Mitarbeiter stellen ein Zelt auf.

Bildlegende: Syrien hofft, dass die UNO dem Land genauso zu Hilfe eilt wie dem Irak. Keystone

Die Syrische Nationale Koalition ruft den Westen auf, das Land gegen die islamistische Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. «Die Umstände und der Feind sind die gleichen wie in den irakischen Kurdengebieten», sagte der Bündnischef Hadi al-Bahra.

«Im Namen der Menschlichkeit rufe ich die UNO und alle an die Freiheit glaubenden Länder – angeführt von den USA – dazu auf, angesichts der Situation in Syrien zu handeln», so al-Bahra weiter. Der Westen müsse schnell eingreifen, um die von den IS-Kämpfern und der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad «verübten Massaker gegen das unterdrückte syrische Volk» zu stoppen.

Mehrere Dörfer überrannt

Die IS-Kämpfer sind neben dem Irak auch in Syrien auf dem Vormarsch, wo sie Rebellengebiete im Norden des Landes unter ihre Kontrolle bringen. Die Extremisten haben nach Angaben einer oppositionsnahen Gruppe in den vergangenen zwei Wochen rund 700 Mitglieder eines Stammes getötet.

Die militanten Islamisten hatten zu Beginn des Monats mehrere von dem Stamm bewohnte Dörfer in der ölreichen und strategisch wichtigen Provinz überrannt. Dessen Mitglieder sind aus IS-Sicht «Ungläubige», weil sie sich weigerten, nach den Regeln der Terrormiliz zu leben.

IS-Anhänger in der Schweiz

Der IS hat offenbar auch in der Schweiz Dutzende Sympathisanten. Vor allem junge Secondos aus dem Balkan und der Türkei verbreiten die Propaganda der Organisation über Facebook, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Der Nachrichtendienst des Bundes beobachte das Phänomen mit Sorge.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • UNHCR fordert mehr Einsatz für Syrien-Flüchtlinge

    Aus 10vor10 vom 11.7.2014

    Die Dimensionen des Flüchtlingselends, das der syrische Bürgerkrieg ausgelöst hat, sind schwer vorstellbar: Rund eine Million syrische Flüchtlinge kamen allein im kleinen Nachbarstaat Libanon unter. In Europa suchten bislang erst 120'000 Menschen Hilfe. Doch angesichts der ungebremsten Misere fordert die Uno, dass Europa weitere Hunderttausend Flüchtlinge aufnimmt. Viele Staaten tun sich schwer, wie der Beitrag von «10vor10» zeigt.

  • Ein grosser Teil der Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa gelangen, stammt aus Syrien. Es sind vor allem Frauen und Kinder.

    Europa und die Flüchtlinge aus Syrien

    Aus Echo der Zeit vom 8.7.2014

    Wegen der steigenden Zahl von Flüchtlingen, die übers Mittelmeer nach Europa gelangen, haben sich die EU-Innenminister in Mailand getroffen - auf Wunsch Italiens, das mehr Unterstützung von anderen europäischen Staaten fordert.

    Trägt Italien wirklich die Hauptlast? Eine Umfrage von Süden nach Norden.

    Massimo Agostinis, Fritz Dinkelmann und Bruno Kaufmann

  • Das Morden geht weiter, trotz der Verhandlungen in Genf, trotz dem Abkommen zur Vernichtung chemischer Waffen. Ein kleiner Junge im zerstörten Aleppo am 14. Juni 2014.

    Schwere Menschenrechtsverletzungen in Syrien

    Aus Echo der Zeit vom 17.6.2014

    Seit 2011 tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Und seither dokumentiert eine Uno-Kommission die dortigen Menschenrechtsverletzungen. Ihr jüngster Bericht zeigt, die Gewalt in Syrien hält an, und sie kommt von allen Seiten.

    Franco Battel