IS bekennt sich zu Anschlag in Kairo

Nach sechs Uhr morgens (Ortszeit) hat sich vor dem italienischen Konsulat in der ägyptischen Hauptstadt Kairo eine gewaltige Explosion ereignet. 250 Kilo Sprengstoff wurden in die Luft gesprengt. Eine Person wurde dabei getötet, es gibt mehrere Verletzte. Die Schäden am Gebäude sind massiv.

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Anschlag in Kairo

0:24 min, aus Tagesschau vom 11.7.2015

Im Zentrum von Kairo ist um halb vier Uhr morgens (GMT) vor dem italienischen Konsulat eine Bombe explodiert. Der ägyptische Gesundheitsminister bestätigt ein Todesopfer. Neun weitere Menschen wurden verletzt, darunter drei Kinder im Alter zwischen elf und 13 Jahren.

Ägyptischen Sicherheitskreisen zufolge wurde die Explosion am Samstag von einer Autobombe ausgelöst. Diese wurde per Fernzündung aktiviert. 250 Kilo Sprengstoff seien für die Explosion verwendet worden. Die Explosion traf eine Kreuzung an der Hauptverkehrsstrasse vom Ramses-Platz zum Zentrum.

Das Konsulat war zum Zeitpunkt der Detonation geschlossen. Durch die Explosion wurden die Fassade des Gebäudes sowie der Nachbarhäuser erheblich zerstört. Weil Wasserleitungen geborsten waren, gab es Überschwemmungen in der Umgebung.

Journalisten festgenommen

Die ägyptische Polizei hat vier Journalisten festgenommen, unter ihnen auch der italienische Journalist Alessandro Accorsi. «Die Polizei behauptet, wir seien zu schnell am Anschlagsort erschienen», berichtete Accorsi. Die Journalisten wurden nach einiger Zeit wieder freigelassen.

Unter ihnen befand sich nebst dem italienischen Journalisten auch ein ägyptischer Journalist, der unter anderem für die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Agency arbeitet. Journalisten in Ägypten berichten immer wieder, dass sie unter besonderer Beobachtung der Behörden stehen.

Hintergrund des Anschlags unklar

Der Anschlag in Kairo löste grosse Sorge in Rom aus. «Wir stehen allen betroffenen Personen und Mitarbeitern nahe. Italien lässt sich nicht einschüchtern», twitterte Aussenminister Paolo Gentiloni. Unter den Opfern befinden sich nach seinen Angaben keine Landsleute. Aus Sorge vor Anschlägen hat Italien schon seit Monaten höchste Sicherheitsvorkehrungen im Land ergriffen.

Warum die Bombe vor dem italienischen Konsulat gezündet wurde, blieb vorerst unklar. In der Zwischenzeit hat sich die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zum Anschlag via Twitter bekannt. Ob die Botschaft authentisch ist, liess sich zunächst nicht klären.