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International IS droht den USA mit Widerstand

«Der Kampf hat erst begonnen». Mit diesen Worten wendet sich die Terrormiliz IS an die Adresse der USA. Ein hoher US-Militär schliesst derweil den Einsatz von Bodentruppen im Irak nicht mehr kategorisch aus.

Ein Mann steht auf einem Motorrad und hält ein Messer in die Höhe.
Legende: Die Terrorgruppe breitet ihre Macht sukzessiv aus: Im Bild die Eroberung des Flughafens Tabqa in Syrien. Reuters/archiv

Ein neues Video der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kursiert im Internet. Darin droht sie den USA unverhohlen mit Widerstand im Irak.

Der 52 Sekunden lange Film «Flammen des Krieges» zeigt Extremisten, die Panzer beschiessen und zerstören. US-Soldaten tragen einen Verwundeten weg. US-Präsident Barack Obama sagt in einem Ausschnitt, US-Kampftruppen würden nicht in den Irak zurückkehren. Das Video im Stil eines Trailers endet mit der Einblendung «Der Kampf hat erst begonnen».

Obama schüttelt auf einem Flugplatz die Hände von Armeeangehörigen.
Legende: Präsident Obama will sich zu den militärischen Plänen im Irak und in Syrien äussern. Keystone

Bodentruppen «derzeit nicht nötig»

Obama lässt Lufteinsätze zur Zerstörung der IS fliegen – er hat sich jedoch wiederholt kategorisch gegen einen Einsatz von Bodentruppen im Irak ausgesprochen. Mehr als acht Jahre nach dem Einmarsch im Land hatte er Ende 2011 die letzten Kampftruppen abgezogen.

US-Generalstabschef Martin Dempsey hat am Dienstag bei einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des Senats die Entsendung von Kampftruppen allerdings nicht mehr ausgeschlossen.

Dempsey sagte, wenn die Strategie versage, der irakischen Armee mit Luftangriffen oder Geheimdienstinformationen zu helfen, dann würde er dem Präsidenten «den Einsatz von US-Kampftruppen am Boden» empfehlen. Derzeit sei das aber nicht nötig.

USA geben Strategie bekannt

Im Irak sind derzeit rund 1500 US-Soldaten stationiert. Darunter sind etwa 750, die für die Sicherheit diplomatischer Einrichtungen in der Hauptstadt Bagdad zuständig sind. Zahlreiche weitere beraten das irakische Militär. Die Soldaten gelten nicht als Kampftruppen.

US-Aussenminister John Kerry wird den Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses des Senats am Mittwoch (20.30 Uhr MESZ) die Strategie für den Kampf gegen die Dschihadisten erläutern.

Bei der Anhörung des Chefdiplomaten dürften vor allem dessen Bemühungen zur Sprache kommen, eine breite internationale Front gegen die Extremisten zu formen. Am Montag hatten sich mehr als 20 Staaten bei einer Konferenz in Paris auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die IS-Terrormiliz geeinigt.

Arabische Länder zu Luftangriffen bereit

Zu den US-Verbündeten zählen auch zehn arabische Länder. Die überregionale arabische Tageszeitung «Al-Sharq al-Awsat» berichtete am Dienstag, mehrere arabische Staaten hätten angeboten, sich an Luftangriffen gegen die Extremisten zu beteiligen. Das Blatt zitiert dabei einen hohen Verantwortlichen aus dem US-Aussenministerium.

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert im Norden und Westen des Iraks riesige Gebiete. Auch im Nachbarland Syrien beherrscht sie grosse Regionen. In beiden Ländern geht sie brutal gegen Gegner und Andersgläubige vor. Für den IS kämpfen nach Schätzungen des US-Geheimdienstes zwischen 20'000 und 31'500 Menschen.

Irak spricht mit Assad

Die USA wollen ihre Strategie der Luftangriffe gegen IS-Ziele im Irak auf Syrien ausweiten. Gemässigte syrische Kämpfer sollen militärisch unterstützt und in Saudi-Arabien ausgebildet werden.

Ein Einsatz in Syrien ist komplex. Dort tobt ein Bürgerkrieg gegen Präsident Baschar al-Assad. Die USA und zahlreiche andere Staaten haben eine Zusammenarbeit mit ihm ausgeschlossen.

Anders offenbar die irakische Regierung: Ihr Sicherheitsberater Faleh al-Fajad traf Assad am Dienstag erstmals seit Beginn der US-Luftangriffe gegen den IS. Dabei unterrichtete er den syrischen Staatschef über die Bemühungen seines Landes zur Bekämpfung der Miliz.

Bagdad für Lufteinsätze

Das irakische Parlament unterstützt ausländische Luftangriffe auf die IS. Die Angriffe müssten aber präzise sein, damit Zivilisten und die Infrastruktur verschont blieben. Ausserdem müssten Luftangriffe in Absprache mit der irakischen Regierung erfolgen.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    „Eines der Haupthindernisse für Pluralisierung, Toleranz und Entdogmatisierung des Islam“ ist „der militante und militärische Interventionismus westlicher Mächte... mit seinen...Tötungen mit Raketen-, Flieger- und Drohnenbomben, mit seiner Auslöschung ganzer Dörfer auf anonyme Denunziation der Anwesenheit von 'Aufständischen' hin, worin die andere, nämlich militärische Bedeutung von 'Aufklärung' herrscht, gibt der kleinen Minderheit von 'Djihadisten' den besten Vorwand für ihren Brutalismus.“[
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Alle Religionen sind problematisch, wenn sie zu Fanatismus und Machtkämpfen führen. In den islamischen Schriften finden sich aber Passagen, welche Unterdrückung und Gewalt gegenüber Andersgläubigen fordern oder zumindest gutheissen. Gibt es eine Weltreligion, welche soviel Gewalt von ihrer Schrift her legitimiert, wie der Islam? Fatal ist allerdings die Gewalt in all ihren Formen, welche vom Westen ausgeht-> Ablehnung, Gegengewalt, Unglaubwürdigkeit des Westens.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Ich erwarte von sämtlichen zivilisierten Muslime , die in der CH leben , eine klare Distanzierung von dem Korandogma - jeder der nicht ihre Religion annimmt muss getötet werden - eine solche Aussage mag vor 2000 Jahren eine andere Bedeutung gehabt haben wie dies heute der Fall ist . Heute ist diese Aussage kategorisch abzulehnen und strafrechtlich zu verfolgen - weil es eine Morddrohung darstellt .
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    1. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      @Kaiser: erwarten Sie von den Christen hierzulande dann auch, dass sie sich klar von der biblischen Aussage distanzieren, dass Homosexuelle getötet werden sollen?
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    2. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" - G.W. Bush. Wobei damals die USA ihren Gegnern den Krieg erklärten... Nicht viel besser! Die USA können, wenn genau betrachtet, nicht als zivilisierte Nation betrachtet werden, sondern, wie es die Falken selbst (!) schreiben: die USA ist eine kriegerische Nation. Und Krieg führt zu immer mehr Krieg! Die Wurzel des Problems ist nicht nur(!) bei den fundamentalen Islamisten zu sehen...
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    3. Antwort von Charles Halbeisen, Bronschhofen
      Wenn sie jedes Buch, das den Krieg verherrlicht verbieten wollten, müssten Sie einen grossen Teil der Weltliteratur verbieten. Denken Sie zB nur an "Der gallische Krieg" von Julius Cäsar.
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    4. Antwort von D. Müller, Olten
      @ Charles Halbeisen, es hat niemand etwas davon geschrieben, den Koran zu verbieten. Ganz im Gegenteil, im Koran steht nichts von beglaubigtem Mord. Auch wird das Morden nicht verherrlicht. Âber man kann alles so drehen das es für einem spricht. @ Otto Würz, ja kann man von uns erwarten. Aber sie müssen sich nicht dazu äussern, solange Sie nichts verherrlichen stehen Sie nicht dazu.
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