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Krieg in Syrien IS-Kämpfer bei Palmyra auf dem Vormarsch

Rauch über der Stadt Palmyra
Legende: Erst im vergangenen März hatten syrische Regierungstruppen Palmyra zurückerobert. Keystone

Um was geht es? Die radikalislamische IS-Miliz ist offenbar unweit der antiken syrischen Wüstenstadt Palmyra auf dem Vormarsch. Die Extremisten hätten nach heftigen Gefechten mit Regierungstruppen weiteres Territorium erobert, erklärte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zuvor hatten die Extremisten demnach zumindest teilweise nahe gelegene Öl- und Gasfelder sowie Getreidesilos unter ihre Kontrolle gebracht. Dutzende syrische Soldaten seien getötet worden.

Der Hintergrund: Der Islamische Staat hatte das Chaos des Bürgerkriegs in Syrien ausgenutzt und weite Teile des Landes unter seine Kontrolle gebracht, darunter im Mai 2015 auch Palmyra. Dort sprengten die Dschihadisten antike Götterskulpturen, die als Unesco-Weltkulturerbe eingestuft waren. Knapp ein Jahr später gelang die Rückeroberung. Es war einer der wichtigsten Erfolge der syrischen Armee im Kampf gegen den IS. Zuletzt fokussierte sich die syrische Armee jedoch wieder mehr auf die Bekämpfung von gemässigteren Rebellen, etwa in der Grossstadt Aleppo.

Legende: Video Regime-Angriffe gehen offenbar weiter abspielen. Laufzeit 1:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.12.2016.

Wie ist die Lage in Aleppo? Die verbliebenen Zivilisten im belagerten Ostteil Aleppos werden ungeachtet einer von Russland verkündeten Feuerpause weiter beschossen. Das von Aufständischen kontrollierte Gebiet ist innerhalb weniger Tage stark geschrumpft. Die Regierungstruppen eroberten rund 85 Prozent des Ostteils der Stadt. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow lehnte eine Einstellung der Luftangriffe auf die noch von Rebellen kontrollierten Gebiete ab.

Die UNO beklagte, einerseits würden Zivilisten von Aufständischen an der Flucht aus Aleppo gehindert, andererseits gebe es «sehr besorgniserregende» Hinweise darauf, dass hunderte Männer nach der gelungenen Flucht in von Regierungstruppen kontrollierte Gebiete unauffindbar seien.

UNO-Resolution

Die UNO-Vollversammlung fordert in einer Resolution eine sofortige Waffenruhe und Nothilfe-Lieferungen nach Syrien. 122 Nationen stimmten für den von Kanada eingebrachten Resolutionsentwurf. 13 stimmten dagegen, 36 Länder enthielten sich. Der Text hat keinen bindenden Charakter.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Der IS steht nach einer verlustreichen Offensive heute Morgen kurz vor der Einnahme von Palmyra.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Es bestehen scheinbar Differenzen zwischen Russland und Syrien. Die syrische Armee erobert im Moment weiteres Gebiet in Ost-Aleppo. Die Lage in Palmyra konnte nun auch dank dem sunnitischen Shaitat-Stamm stabilisiert werden. Die Mehrheit der syrischen Armee und der NDF stellen immer noch Sunniten, welche auch an höchsten Kommandostellen vertreten sind (Fahd Jassem al-Freij). Druzen, Schiiten, Christen, Ismailiten und Sunniten beweisen, dass man gemeinsam gegen religiöse Fanatiker vorgehen kann.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Irak, Syrien, Jemen: Sunniten gegen Schiiten. Stellvertreterkrieg KSA vs. Iran. Beide Seiten fanatisch in ihrem Glauben. Beide zu Allem bereit. Erinnert alles an den 30jährigen Krieg. Damals war der Horror erst vorbei als beide Seiten ihren Hass bis aufs letzte ausgelebt hatten und aufgrund der Verwüstungen und Millionen Toten so erschöpft waren, dass ein Fortsetzen des gegenseitigen Morden nicht mehr möglich war. Es ist zu befürchten, dass es auch im arabisch-persischen Raum so ausgehen wird.
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