IS-Vormarsch in Kobane fordert viele Tote

In und um die nordsyrische Stadt Kobane sind bei Gefechten zwischen Kurden und der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) zahlreiche Menschen getötet worden. Zudem sollen die Dschihadisten gefangene Frauen verkauft haben.

Rauch steigt über der Stadt Kobane auf

Bildlegende: Die Offensive der Terrormiliz IS, wie sie sich von der türkischen Grenze aus präsentiert. Keystone

Die Dschihadisten waren nach monatelangen erbitterten Gefechten von den Kurden aus Kobane vertrieben worden, starteten am Donnerstag aber eine neue Offensive. Dabei sind in der Stadt an der türkischen Grenze offenbar sehr viele Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Zivilisten.

Die Angaben über die Opferzahlen gehen stark auseinander: Die syrische Beobachtungs-Stelle für Menschenrechte spricht auf ihrer englisch-sprachigen Internetseite von 57 Toten.

Zahlen nicht überprüfbar

Mehrere internationale Nachrichten-Agenturen dagegen zitieren Quellen, die von bis zu 150 Toten in den letzten 24 Stunden sprechen. 120 Zivilisten seien hingerichtet oder durch Raketen und Heckenschützen getötet worden. Überprüfen lassen sich die Angaben zur Zeit aber nicht.

Die IS-Miliz hatte Kobane am Donnerstag überfallen. Erst Ende Januar hatten die Kurden mit Hilfe von internationalen Luftschlägen die Stadt nach monatelangen Kämpfen aus der Gewalt der Dschihadisten befreit und der Terrormiliz eine schmerzhafte Niederlage bereitet.

Gefangene Jesidinnen verkauft

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete zudem, dass die Dschihadisten in der östlichen Provinz Dair as-Saur 42 gefangene Jesidinnen zu Preisen zwischen umgerechnet 440 und 1800 Euro verkauft hätten. Was mit den Kindern der Frauen geschehen sei, sei unklar.

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit, die von den Dschihadisten als Satanisten angesehen werden. Schätzungen zufolge sind mehr als 3500 jesidische Frauen in der Gewalt der Dschihadisten.