Zum Inhalt springen

International Islands Regierungschef tritt zurück

Die Enthüllung der «Panama Papers» haben ein erstes prominentes politisches Opfer gefordert: Islands Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson zog nach zweitägigen Protesten zahlreicher Isländer die politischen Konsequenzen und trat zurück.

Legende: Video «Panama Papers»-Skandal fordern erstes politisches Opfer abspielen. Laufzeit 1:57 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.04.2016.

Nach Medienberichten über die «Panama Papers» tritt Islands Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson in Absprache mit seiner Partei von seinem Amt zurück. Der Vize-Parteichef von Gunnlaugssons Fortschrittspartei, Sigurdur Ingi Johannsson, kündigte an, Gunnlaugsson zunächst im Amt nachfolgen zu wollen.

Gunnlaugsson hatte den Präsidenten Ólafur Ragnar Grímsson zuvor um Erlaubnis gebeten, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen auszurufen. Grímsson wollte die Erlaubnis aber zunächst nicht erteilen, sondern erst mit der Unabhängigkeitspartei sprechen, Gunnlaugssons Regierungspartner.

Am Montagabend hatten Tausende Isländer gegen Gunnlaugsson protestiert. Um die 12'000 Menschen versammelten sich vor dem Parlament in Reykjavik, schmissen mit Bananen und Eiern.

Firma an eigene Frau verkauft

Der Name Gunnlaugssons war in Verbindung mit den «Panama Papers» aufgetaucht. Gunnlaugsson soll demnach über Jahre Mitbesitzer einer Offshore-Firma gewesen sein, die auf den Jungferninseln in der Karibik bis heute ihren Sitz hat.

Als er nach den Wahlen im Jahre 2009 bereits im Parlament sass und den Vorsitz der heute regierenden liberalen Partei übernommen hatte, verkaufte er die Hälfte der mehrere Millionen Franken schweren Firma für einen Dollar an seine Frau – am Tag bevor ein neues Transparenzgesetz ihn zur Offenlegung seiner finanziellen Interessen verpflichtet hätte. Der Politiker weist die Vorwürfe zurück.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Felice Limacher (Felimas)
    Und jetzt? Wiederfährt ihm was ihm zusteht?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Der Mann hatte tatsächlich den Nerv, eine Parlamentsauflösung zu versuchen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Wi fe (willigo)
    @K.Hansson, aber ich bitte Sie, Island kann man doch nicht mit der Schweiz vergleichen! Island ist doch nicht's, ein Muggenschiss auf der Weltkarte. Wir sind das Land der Hochfinanzen und des Kapitals. Das ist doch ganz was anderes! In Island hat das Volk die Macht. Und bei uns das Kapital! .......Ach ja, und wir sind die älteste Demokratie der Welt, um die uns alle beneiden..... So wird uns immer wieder gesagt, und wir glauben's auch noch!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Das ist aber nun wirklich nicht vergleichbar mit dem Fall "JSA", denn das (in Island) sieht schon eher nach effektiver Betrügerei aus: "Als er nach den Wahlen im Jahre 2009 bereits im Parlament sass und den Vorsitz der heute regierenden liberalen Partei übernommen hatte, verkaufte er die Hälfte der mehrere Millionen Franken schweren Firma für einen Dollar an seine Frau – am Tag bevor ein neues Transparenzgesetz ihn zur Offenlegung seiner finanziellen Interessen verpflichtet hätte."
      Ablehnen den Kommentar ablehnen