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International Israel bereitet sich auf Bodenoffensive vor

Die Gewalt in Nahost eskaliert. Israelische Kampfjets bombardieren Ziele im Gazastreifen, die Armee rüstet sich für eine Bodenoffensive. Mindestens 25 Menschen sind schon ums Leben gekommen.

Legende: Video «Hamas feuert Raketen, Israel startet Offensive» abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.07.2014.

Bei einer massiven israelischen Offensive im Gazastreifen und einem Angriff militanter Palästinenser in Israel sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Gemäss Angaben von Nachrichtenagenturen wurde ein Anführer der Extremistengruppe Islamischer Dschihad getötet. Mehr als 100 Menschen wurden innerhalb weniger Stunden verletzt.

Die israelischen Luftschläge gelten als möglicher Auftakt eines neuen Gaza-Kriegs. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Armee an, auch Vorbereitungen für eine Bodenoffensive im Gazastreifen zu treffen.

Legende: Video «Nahost-Konflikt eskaliert» abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.07.2014.
Nicht mehr völlig Herr der Ereignisse

Laut SRF-Korrespondent Pascal Weber scheinen die Spitzenpolitiker beider Seiten den Ablauf der Ereignisse nicht mehr völlig in der Hand zu haben. «Und das ist sehr gefährlich», sagt Weber. Mit jedem Luftangriff oder abgeschossenen Rakete wachse der Druck auf sie, mit harter Hand durchzugreifen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Konfliktparteien zu grösstmöglicher Zurückhaltung auf. Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten mache ihn sehr besorgt.

Bildlegende: Israelische Bodentruppen begeben sich für den Fall einer weiteren Eskalation in Bereitschaft. Reuters

Hamas droht

Unter zehn getöteten Zivilisten seien auch fünf Kinder, teilte der Sprecher der Rettungsdienste in Gaza mit. Die restlichen sechs Getöteten seien Kämpfer der Gruppierungen Hamas und Islamischer Dschihad gewesen. Der bewaffnete Arm der Hamas kündigte eine «überraschende Ausweitung unserer Attacken» an.

Sirenen heulen in Tel Aviv

In Tel Aviv heulten am Abend die Warnsirenen. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren feuerten militante Palästinenser mindestens eine Rakete auf den Grossraum Tel Aviv ab. Sie sei von der Raketenabwehr abgefangen worden, teilte die Armee mit. Die radikale Gruppe Islamischer Dschihad bekannte sich zum Angriff.

Israel rüstet sich für Bodeneinsatz

Nach Angaben eines israelischen Militärsprechers hat die Armee grünes Licht für die Mobilisierung von bis zu 40‘000 Reservesoldaten gegeben. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Armee an, auch Vorbereitungen für eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen zu treffen. Im Kampf gegen die Hamas sei es an der Zeit, «die Samthandschuhe auszuziehen».

Israel will mit der Operation «Zuk Eitan» (Fels in der Brandung) den ständigen Raketenbeschuss seiner Ortschaften unterbinden. Seit Beginn der israelischen Luftoffensive seien von palästinensischer Seite etwa 130 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert worden.

Schrecken für Kreuzfahrt-Passagiere

Auswirkungen des Konflikts bekamen auch 2700 Passagiere und Besatzungsmitglieder des deutschen Kreuzfahrtschiffes «Aida Diva» zu spüren. Beim Auslaufen aus dem israelischen Hafen von Aschdod etwa 30 Kilometer nördlich des Gazastreifens fielen am Montagabend Raketensplitter auf das Deck. Die Kreuzfahrtreederei will bis auf weiteres israelische Häfen meiden.

Obama besorgt

US-Präsident Barack Obama rief Israelis und Palästinenser eindringlich zu einer friedlichen Lösung auf. «Frieden ist möglich», schrieb Obama in einem Gastbeitrag für die linksliberale israelische Zeitung «Haaretz».

40 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Die Kritiken und auch Zustimmungen nehme ich sehr ernst und danke auch dafür, ich vertrete aus meiner Lebenserfahrung hier rein meine Ansichten zu einem öffentlichen Thema , was Israel betrifft nur noch eines, ich bin absolut sicher, dass gegenseitiger Hass niemals einen Frieden schaffen kann , dies gilt auch in unserem kleinen aber freiheitsliebenden Land . Wir müssen aber den Mut haben, gemeinschaftlich ohne Beschuldigungen u. Vorurteile, einen besten Weg zum sozialen Frieden zu erarbeiten .
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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Im Schatten eines Krieges können die Israelis wieder tausende von Wohnungen im kriegsbesetzten Gebiet bauen. Alles dreht sich nur um diesen verbotenen Siedlungsbau. Bei der Gründung des States Israel im Jahre 1948 wurde immer von einer Zweistaatenlösung gesprochen, aber nie eingehalten. Die USA mit Frau Clinton sollte zuerst einmal ihren streitbaren und kriegerischen Zögling Israel in die Schranken weisen, bevor sie Putin mit Hitler vergleicht.
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  • Kommentar von Hans Peter Dietrich, Gümligen
    Nichts wie los Israel, jetzt könnt ihr zuschlagen. Die Welt sieht nach Brasilien!
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