Israel fliegt Vergeltungsangriff auf Syrien

Israel reagiert hart auf den ersten tödlichen Grenzwischenfall seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien. Bei Luftangriffen auf syrische Armeeposten gibt es viele Tote.

Ein F-15I-Kampfflugzeug der israelischen Luftwaffe (Archivbild)

Bildlegende: Die israelische Luftwaffe griff Stellungen der syrischen Streitkräfte an. (Archivaufnahme eines israelischen Kampfjets) Reuters/Archivbild

Nach dem Tod eines israelischen Teenagers durch einen Anschlag auf den Golanhöhen hat die israelische Luftwaffe reagiert und Angriffe auf syrische Militärstellungen in Syrien geflogen. Dabei sollen laut Aktivisten zehn Menschen getötet worden sein.

Kampfflugzeuge hätten neun Stellungen der syrischen Armee beschossen,
darunter auch Kommandoposten, teilte ein israelischer Militärsprecher in der Nacht zum Montag mit. Die Angriffe seien eine Reaktion auf die Attacke aus Syrien gewesen, bei dem der Jugendliche getötet und zwei weitere Erwachsene verletzt worden seien.

Sieben Armeeposten und zwei Panzer seien bei den Angriffen zerstört worden, sagte der Leiter der oppositionellen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Es war die härteste Reaktion Israels auf einen Grenzzwischenfall seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor mehr als drei Jahren.

Bisherige Zurückhaltung Israels

Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon sagte, Israel sehe das syrische Regime und die Armee in der Verantwortung bei allen Vorfällen, die von dem Gebiet unter ihrer Kontrolle ausgehen. Israel werde auf jegliche Provokation oder Angriffe hart reagieren, sei es durch Terroristen oder die syrische Armee.

Israel hat sich aus dem Bürgerkrieg im syrischen Nachbarland bisher bewusst herausgehalten. Die israelische Luftwaffe griff nur als Reaktion auf Angriffe an oder um Waffenlieferungen an die libanesische Hisbollah-Miliz zu verhindern.

Der Jugendliche war in Begleitung seines Vaters

Nach Angaben der israelischen Armee war der Junge am Sonntag mit zwei Angestellten des Verteidigungsministeriums, darunter sein Vater, in einem Fahrzeug an der Grenzlinie auf den Golanhöhen unterwegs. Die Ministeriumsmitarbeiter hätten Wasser zu einem Speicher bringen wollen, als ihr Auto mit einer Rakete gezielt angegriffen worden sei. Im Grenzzaun sei ein Loch gefunden worden.

«Ich bin für einige Minuten aus dem Auto ausgestiegen, und Mohammed ist in dem Fahrzeug geblieben», erzählte der Vater, der wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt wird, der israelischen Zeitung «Jediot Achronot». «Plötzlich habe ich eine Explosion gehört und gesehen, dass mein Sohn getroffen wurde.»

Der Getötete ist das erste israelische Opfer an der Grenzlinie auf den Golanhöhen seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Frühjahr 2011. In dem bergigen Gebiet kommt es seit Beginn des Bürgerkriegs immer wieder zu Zwischenfällen. Israel hatte es 1967 von Syrien erobert.