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International Israel lässt weitere palästinensische Gefangene frei

Im Zuge der wiederaufgenommenen Friedensgespräche setzt Israel erneut eine Gruppe inhaftierter Palästinenser auf freien Fuss. Ein Gericht hat die Beschwerden von empörten israelischen Opfer-Familien abgewiesen.

Legende: Video «Israel lässt Palästinenser frei» abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.12.2013.

Israel hat im Rahmen der neuen Nahost-Friedensbemühungen weitere palästinensische Häftlinge freigelassen. Am Dienstag wurden 26 von insgesamt 104 Gefangene auf freiem Fuss gesetzt, die dritte Gruppe von insgesamt vier.

Die meisten von ihnen waren wegen der Tötung von Israelis verurteilt worden, fast alle vor der Unterzeichnung der ersten Friedensabkommen vor 20 Jahren.

Während die Rückkehrer von den Palästinensern als Helden gefeiert werden, haben sich die Familien der israelischen Opfer wütend gezeigt und erfolglos versucht, die Freilassung per Gerichtsbeschluss zu stoppen.

Die Friedensgespräche waren im Juli nach einer dreijährigen Pause wieder aufgenommen worden. Massgeblich beteiligt daran war US-Aussenminister John Kerry, der am Donnerstag in den Nahen Osten zurückkehren soll. Allerdings gibt es keine Anzeichen für substanzielle Fortschritte bei den neuen Verhandlungen.

Kritik an neuen Siedlungsplänen

Israelischen Regierungskreisen zufolge soll zudem der Bau neuer Wohnungen in israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland angekündigt werden. Die Palästinenser haben erklärt, dies würde zum Scheitern der Verhandlungen führen. Die Siedlungen sind völkerrechtswidrig.

Der Chefunterhändler der Palästinenser, Saeb Erekat, übte scharfe Kritik an den israelischen Plänen für den Bau von 1400 weiteren Siedlerwohnungen. «Israel zerstört nicht nur den Friedensprozess, sondern auch die Zwei-Staaten-Lösung», sagte Erekat am Montag im palästinensischen Rundfunk.

Zwei entlassene Palästinenser freuen sich.
Legende: Nach Jahren im Gefängnis sind palästinensische Gefangene nun wieder frei. Archiv/Keystone

104 von 5000 Gefangenen

Israel hatte vor der Wiederaufnahme der direkten Friedensgespräche mit den Palästinensern Ende Juli zugesagt, in vier Etappen 104 palästinensische Langzeithäftlinge freizulassen. Die ersten beiden Gruppen wurden am 13. August und am 30. Oktober im Westjordanland und im Gazastreifen auf freien Fuss gesetzt. Insgesamt sitzen etwa 5000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen.

Wenige Stunden vor der Freilassung der Häftlinge feuerten militante Palästinenser erneut eine Rakete aus dem Gazastreifens ins israelische Grenzgebiet. Dabei gab es weder Verletzte noch Sachschaden.

12 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "Langzeithäftlinge" Die armen Planer von Attentaten und Raketenbauer in ihrem ewigen, dämlichen Kampf gegen Israel. Die halten sich noch in 100 Jahren selbst gefangen.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Gott bewahre die Welt vor einem "Staat" Palästina!! Zwei so kleine Staaten, die sich ständig feindlich gegenüberstehen, mag es auf die Dauer nicht leiden. Irgendwann könnte es zu einem grossen "Chlapf" kommen. Was wird, wenn der noch gemässigte Abbas nicht mehr regiert? Es gibt nur eines: Beide Seiten müssen Kompromisse in Form einer lockeren Konföderation eingehen. Immerhin bekennen heute immer mehr Araber, dass es ihnen in Israel besser geht als im heutigen "Staat" Palästina.
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  • Kommentar von B. Schaffner, Basel
    Ich finde es immer äusserst unterhaltsam wenn Palästinenser forderungen stellen. Wer mal in der Westbank gelebt hat weiss, dass nichts vorhanden ist womit man einen Staatshaushalt betreiben könnte. Geld wurde und wird noch immer in das Gebiet reingepumt, jedoch versickert es irgendwo in unfruchtbarem Boden. Träumt weiter...
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    1. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      @B. Schaffner: Sind Ihre Worte Ausdruck von Zynismus oder beruhen sie einfach nur auf Unwissenheit? Natürlich ist da nichts vorhanden, womit man einen Staatshaushalt betreiben könnte: Systematisch werden die mühsam aufgebauten Infrastrukturen von Israel zerstört - wieder und wieder.
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