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Unruhen im Westjordanland Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Israelische Soldaten kontrollieren bei einer Strasse.
Legende: Als Ursprung der erneuten Unruhen gelten Metalldetektoren, die Israel an den Eingängen zum Tempelberg anbringen liess. Keystone
  • Nach einem tödischen Anschlag in einer Siedlung im Westjordanland sind israelische Soldaten in den Heimatort des Attentäters eingedrungen.
  • Sie durchsuchten in dem Ort bei Ramallah das Haus des 19-Jährigen und nahmen seinen Bruder fest.
  • Der Attentäter hatte zuvor drei Israeli getötet. Er wurde festgenommen.

Der Attentäter war in ein Wohnhaus in der Siedlung Neve Zuf eingedrungen, in der eine Familie gerade zu Abend ass. Er tötete mit einem Messer den Grossvater sowie dessen erwachsenen Sohn und die Tochter.

Die Enkelkinder waren in einem Nebenraum versteckt. Die Grossmutter wurde schwer verletzt ins Spital gebracht. Der Angreifer wurde verletzt festgenommen.

Vor der Tat war der Streit um den Tempelberg in Jerusalem gefährlich eskaliert: Mindestens drei Palästinenser wurden am Freitag bei Zusammenstössen mit israelischen Sicherheitskräften getötet und rund 400 weitere verletzt.

Als Auslöser der Unruhen gelten Metalldetektoren, die Israel nach einem tödlichen Anschlag am Tempelberg an Eingängen zu der heiligen Stätte aufgestellt hat. In den Augen der Palästinenser sind die Metalldetektoren jedoch eine unerträgliche Provokation. Sie werten die Kontrollen als Versuch Israels, mehr Einfluss über das Plateau zu gewinnen, das beiden Seiten heilig ist, aber islamischer Kontrolle untersteht.

Legende: Video Krawalle zum Freitagsgebet in Jerusalem abspielen. Laufzeit 01:23 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.07.2017.

Sicherheitsexperten halten die Metalldetektoren für relativ überflüssig, wie die israelische Zeitung «Haaretz» berichtete. Sie seien leicht zu umgehen. Netanjahu steht jedoch unter Druck seiner rechten Koalitionspartner, in Jerusalems Altstadt und am Tempelberg mehr Präsenz zu zeigen.

Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas steht intern unter Druck. Nach dem tödlichen Anschlag auf die israelischen Polizisten hatte er noch ein versöhnliches Telefongespräch mit Netanjahu geführt. Nach den blutigen Unruhen am Freitag brach er dann alle Kontakte zu Israel ab. Er lege die Kontakte auf Eis, solange die israelischen Massnahmen aufrecht erhalten würden.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Leonardo Fridman (Leonardo E. Fridman)
    (Mein Kommentar wurde bisher nicht veröffentlicht...) Wie kann es sein, dass eine unschuldige Familie am Esstisch von einem Terroristen bestialisch abgeschlachtet wird und die Schlagzeile betrifft die Verhaftung einen mutmasslichen Mittäter? Ist das noch ernstzunehmender Journalismus?
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    1. Antwort von S. Bolliger (sobo)
      Mensch ärgere dich nicht, wundere dich nur....aber aus dem Wundern sind wir schon längst raus, da bleibt uns eben doch nur noch der Ärger - Sie schreiben mir aus dem Herzen! Ob wohl dem Verfasser dieses Berichtes das grauenhafte Bild der blutverschmierten Küche und auch das, des aus dem Spitalbett triumphierend lächelnden Terroristen entgangen ist...?
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Ob der Bruder des jungen Mannes mit der Tat überhaupt etwas zu tun hat? Und ob nun die israelische Armee, wie das in ähnlichen Fällen schon öfters geschehen ist, das ganze Wohnhaus des Täters dem Erdboden gleich macht, selbst wenn darin noch ein Dutzend völlig unbeteiligte Familien leben?
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    1. Antwort von S. Bolliger (sobo)
      Schlimm, ein zerstörtes Haus, aber nicht vergleichbar mit dem Leid, wenn Kinder ermordeter Eltern als Vollwaisen aufwachsen müssen! Ob der Bruder mit der Tat etwas zu tun hat, wird ja untersucht. Der Mörder selber wird in einem isr. Spital gesund gepflegt, kommt dann ins Gefängnis und wird ev. schon bald wieder bei einem Gefangenenaustausch in die Freiheit entlassen, um, so zeigt es leider die Erfahrung, gleich die nächste Gräueltat gegen Juden zu begehen - das macht mir deutlich mehr Sorgen.
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    2. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      S.Bolliger.. SIE kennen die Tatsachen ... danke fuer die offenen Worte!
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Die boesen Israelis....
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