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International Israel schäumt vor Wut wegen Orange

Dass sich der Telefonanbieter Orange aus Israel zurückziehen will, hat zu diplomatischen Spannungen zwischen Frankreich und Israel geführt. Netanjahu vermutet hinter dem Rückzug einen Boykott gegen Israel. Der Telefonkonzern versucht die Wogen zu glätten. Bisher erfolglos.

Eine israelische Fahne über einem Orange-Logo.
Legende: Der Orange-Rückzug aus Israel hat heftige Reaktionen ausgelöst. Keystone

Der französische Telekommunikationsanbieter Orange will seinen Lizenzvertrag mit dem israelischen Anbieter «Partner» auslaufen lassen. Was sich nach einer normalen Mitteilung anhört, ist in Israel nicht gut angekommen.

Die Ankündigung des französischen Konzerns, an dem der französische Staat mit 25 Prozent beteiligt ist, wird in Israel als politisch motiviert gewertet. Hintergrund sind die Proteste mehrerer Nichtregierungsorganisationen, die letzten Monat den Konzern aufforderten, sich aus Israel zurückzuziehen.

Netanjahu verlangt Entschuldigung

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu forderte die Regierung in Paris in einer Erklärung auf, «öffentlich die unglücklichen Äusserungen und Handlungen eines Unternehmens zurückzuweisen, an dem sie beteiligt ist».

Mit seinem Wegzug wende sich Orange gegen ein Land, das die Menschenrechte respektiere und sich Bedrohungen seiner Sicherheit gegenüber sehe.

Der Vize-Konzernchef Pierre Louette verteidigte das Vorgehen: «Wir ziehen uns nicht aus Israel zurück.» Orange werde in dem Land weiterhin ein Forschungszentrum unterhalten sowie das Tochterunternehmen Viaccess-Orca, das Dienste für Online-Medien anbietet. Louette sagte weiter, «dass man nicht versuchen sollte, eine Affäre aus einer einfachen Frage des Unternehmensrechts zu machen».

Frankreich: Keine Einmischung

Der französische Aussenminister Laurent Fabius stellte am Freitag klar, dass sich Frankreich gegen jeglichen Boykottversuch gegen Israel wehrt. Der Orange-Konzern sei allerdings frei und unabhängig in seinen Geschäftsbeschlüssen.

41 Kommentare

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  • Kommentar von peter müller, zürich
    Orange hat einen Riesendeal mit Aegypten und deshalb halte ich den Entscheid von Orange für ziemlich sinnvoll. Den sonst wäre in jeder kritischen Situation Spionageverdacht und das entfällt durch diesen Entscheid. Logisch ist Aegypten auch wirtschaftlich um Quantitäten interessanter
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  • Kommentar von C.Kandilli, Aarau
    (Auserwähltes Volk ) Das wort an sich ist schön Rassistisch. Mein Gott schön Hitler sprach von deutschen Volk als Auserwähltes Volk, wann werden es begreifen. WIR SIND ALLE GLEICH!!!!
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    1. Antwort von S. Bolliger, Kirchleerau
      Kein Mensch hat die Befugnis, ein Volk zu auserwählen! Sie aber erwähnen hier Gott - bleiben wir dabei und fügen hinzu: Es hat aber auch kein Mensch das Recht, eine Auserwählung rückgängig zu machen!
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    2. Antwort von Charles Halbeisen, Bronschhofen
      @Kandilli: Unsinn: Sich selber für auserwählt oder elitär zu halten hat mit Rassismus garade gar nichts zu tun. Rassistismus liegt dann vor, wenn jemand auf Grund seiner Rasse diskriminiert wird. Und selbst wenn sich jemand einbildet, selbst Gott zu sein, ist auch diese nicht rassistisch.
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    3. Antwort von A. Stahel, 8000 Zürich
      @Halbeisen: Sich selbst als auserwählt und elitär zu bezeichnen heisst auch, die anderen auf eine niedrigere Stufe zu stellen. Und zwar einzig auf Grund der Tatsache, dass sie nicht der eigenen Gemeinschaft/"Rasse" angehören. Gegenüber wem wollen sie denn sonst auserwählt sein?
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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    @Bolliger. Nur schon die Möglichkeit, über ein "auserwähltes" Volk zu spekulieren, öffnet Tür und Tor für religiösen Fanatismus, dessen Konsequenzen Sie zur Zeit im mittleren Osten beobachten können. Alles Kulturen, die gedeihen und blühen...dann wären da noch die Christen mit ihren Völkermorden etc. Die Erkenntnis, dass wir alle zum Einen gehören, erwächst aus Vernunft und kann allein dem Leid auf der Welt ein Ende bereiten.
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