Israel treibt Siedlungsausbau im Westjordanland voran

Kommende Woche wollen Israel und die Palästinenser zu neuen Friedensgesprächen zusammenkommen. Dass die israelischen Behörden ausgerechnet jetzt den Bau neuer Wohnungen genehmigen, dürfte Zündstoff für das Treffen liefern.

Israel treibt den Ausbau jüdischer Siedlungen im besetzten Westjordanland voran. Erste Pläne zur Errichtung 800 neuer Wohnungen seien vorläufig genehmigt worden, sagte ein Sprecher der vom Militär geführten Zivilverwaltung im Westjordanland.

Die Regierung muss dem Ausbau noch grünes Licht geben. «Dies ist ein langwieriger Prozess», sagte der Sprecher ohne weitere Details zu nennen.

«Israel tötet jede Art von Hoffnung»

Der Schritt sorgte umgehend für Kritik. Israel «zerstört absichtlich die Zwei-Staaten-Lösung und tötet jede Art von Hoffnung», sagte eine Vertreterin der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).

Die Palästinenser wollen im Westjordanland einen eigenen Staat errichten. Israel beansprucht dagegen die Gebiete für sich, auf denen grosse Siedlungen stehen und die sich überwiegend nahe der israelischen Grenze befinden.

Neue Friedensgespräche

Die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern sollen am kommenden Mittwoch fortgesetzt werden – zunächst in Jerusalem, dann in Jericho im Westjordanland. Als Vermittler werde der US-Sonderbeauftragte Martin Indyk teilnehmen. Ein erstes Treffen beider Seiten hatte Ende Juli in Washington stattgefunden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Israelis und Palästinenser nehmen Vorgespräche auf

    Aus Tagesschau vom 30.7.2013

    Erstmals seit drei Jahren haben sich Israeli und Palästinenser wieder an einen Tisch gesetzt – in Washington, auf Einladung von US-Aussenminister John Kerry. Nach einem ersten gemeinsamen Dinner wartet auf die Unterhändler schwere Kost. Einschätzungen von Nahost-Experte Michael Lüders.