Israel weist Beteiligung an Arafats Tod zurück

Es brodelt in der Gerüchteküche. Starb Palästinenserführer Arafat doch nach einem Giftanschlag? Regierungsvertreter und frühere Vertraute des früheren Premiers Scharon beteuern ihre Unschuld.

Israel hat kategorisch jede Beteiligung am Tod des früheren Palästinenserführers Jassir Arafat vor neun Jahren bestritten. Einen Schweizer Untersuchungsbericht über einen wahrscheinlichen Giftmord an Arafat kritisierte der israelische Aussenamtssprecher Jigal Palmor zudem als unseriös.

«Diese Theorie hat mehr Löcher als ein Schweizer Käse», sagte Palmor der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe zudem «keinerlei israelische Verbindung» mit Arafats Tod im Jahre 2004.

Zuvor hatten bereits Vertraute des früheren Ministerpräsidenten Ariel Scharon bestritten, dass Israel hinter dem möglichen Giftmord steckt.

«Innerpalästinensischer Machtkampf»

Scharons ehemaliger Kanzleichef Dov Weissglass sagte der Nachrichtenseite «ynet»: «Nach meinem besten Wissen gab es während meiner Zeit im Büro des Regierungschefs keinerlei Absicht, Arafat zu vergiften oder ihm Schaden zuzufügen».

Der frühere Berater von Ariel Scharon, Raanan Gissin, sagte: «Es ist immer am leichtesten, Israel zu beschuldigen.» Er sprach von einem möglichen innerpalästinensischen Machtkampf als Hintergrund für Arafats Tod.

Das Universitätsspital Lausanne – von dort stammt der neue Bericht – hält heute Nachmittag eine Medienkonferenz ab.

Arafat vermutlich vergiftet

Der verstorbene palästinensische Führer Jassir Arafat wurde möglicherweise 2004 mit radioaktivem Polonium vergiftet. Wissenschaftler aus Lausanne haben in seinen Überresten erhöhte Werte der radioaktiven Substanz festgestellt. Mehr.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Mögliche Vergiftung Arafats

    Aus Tagesschau vom 7.11.2013

    Die Spekulationen um eine mögliche Vergiftung des früheren Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat haben seit gestern neuen Nährboden erhalten. In einem Bericht der Universitätsklinik Lausanne ist die Rede von einem erhöhten Wert an radioaktivem Polonium in Arafats sterblichen Überresten. Die Reaktionen darauf fallen vor allem auf palästinensischer Seite heftig aus.

  • Jassir Arafat wahrscheinlich vergiftet

    Aus 10vor10 vom 6.11.2013

    Der vor neun Jahren verstorbene Palästinenserpräsident Jassir Arafat ist wahrscheinlich vergiftet worden. Zu diesem Schluss kommt ein Expertenteam des Universtitätsspitals Lausanne. In Proben von Arafats Leichen haben sie eine sehr hohe Konzentration des radioaktiven Polonium-210 gefunden.