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International Israelischer Soldat nach Gefechten im Gazastreifen vermisst

Die Hamas hatte am Wochenende die Gefangennahme eines israelischen Soldaten verkündet. Nun wird ein Soldaten vermisst. Er sei aber mit Sicherheit nicht mehr am Leben, teilte die israelische Armee mit.

Soldaten transportieren einen Verletzten Kollegen in einem Hubscharauber
Legende: Laut der israelischen Armee ist der Soldat mit Sicherheit nicht mehr am Leben. Reuters

Bei der israelischen Offensive im Gazastreifen wird nach Presseberichten ein Soldat vermisst. Zwei Tage zuvor hatte die radikal-islamische Hamas erklärt, sie habe einen israelischen Soldaten gefangen genommen.

Der israelische Fernsehsender «Channel 10» berichtete, dass der Mann in einer Attacke am Sonntag getötet worden sei. Der Soldat war mit sechs weiteren Soldaten in einem Mannschaftstransportwagen im Viertel Shujaiyeh in Gaza im Einsatz, berichtet die israelische Zeitung «Haaretz». Dabei wurden sieben Soldaten getötet. Die Armee hat tatsächliche erst sechs der sieben Leichen identifiziert.

Ein Militärfahrzeug sei am Sonntag schwer beschädigt worden, «die Familien der sieben Insassen wurden über den Ablauf der Attacke informiert». Auf Nachfrage erklärte eine Armeesprecherin der Nachrichtenagentur AFP, es sei ausgeschlossen, dass der siebte Soldat noch lebe, da das Fahrzeug völlig ausgebrannt sei.

Politische Trumpfkarte

Möglich scheint aber auch, dass die Hamas den Soldaten gefangen genommen haben könnte – oder zumindest seine Leiche in Besitz nahm. Es ist eine gängige Praxis der Hamas, Leichen von israelischen Soldaten zu entwenden, um diese gegen lebende Gefangene einzutauschen.

Die Entführung weckt zudem Erinnerungen an das jahrelange Tauziehen um den entführten Soldaten Gilad Shalit. Für die Hamas wäre ein israelischer Soldat eine politische Trumpfkarte, die ihr in der derzeitigen Auseinandersetzung, in der sie nicht nur von Israel militärisch, sondern auch von Ägypten politisch bedrängt wird, neue Macht gäbe.

Angriffe werden fortgesetzt

Die israelische Armee hat derweil in der Nacht einen Waffenschmuggel aus Jordanien in die Palästinensergebiete unterbunden. «Unsere Einheiten haben in der Nacht auf Dienstag in der Region am Toten Meer eine Waffenlieferung aus Jordanien verhindert», erklärte ein Armeesprecher. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Die heftigen Kämpfe in den Aussenbezirken der Stadt Gaza dauern an. Bei israelischen Angriffen ist auch eine siebenköpfige Familie mit deutscher Staatsangehörigkeit getötet worden.

2500 Raketen auf Israel

Binnen zwei Wochen hat die israelische Armee im Gazastreifen nach eigenen Angaben mehr als 3000 Ziele angegriffen. Militante Palästinenser hätten in dem Zeitraum über 2500 Raketen auf Israel abgefeuert, sagte Militärsprecher Arye Shalicar.

Davon habe die Raketenabwehr mehr als 350 in der Luft abgefangen.Etwa 1400 seien in offenen Gebieten eingeschlagen. Im Gazastreifen habe die Armee bislang 23 Tunnel mit 66 Eingangspunkten gefunden und davon sechs zerstört. «Wegen der Gefahr, sie könnten vermint sein, dauert es lange», sagte Shalicar.

Grosse Anteilnahme

Grosse Anteilnahme

Etwa 20'000 Israelis haben an dem Begräbnis eines Soldaten teilgenommen, der bei Gefechten im Gazastreifen getötet worden war. Der 21-jährige Sean Carmeli, der auch US-Staatsbürger war, ist auf einem Militärfriedhof in Haifa beigesetzt worden.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Beide Regierungen wissen: Eine Zweistaaten-Regelung wäre Sinnvoll. Aber eine solche Teilung würde höchst unangenehme Kompromisse erfordern, die sie ihren Landsleuten nicht zumuten wollen. Beiden scheint ein einigermassen kontrollierbaren Status Quo attraktiver als ein Friedensrisiko, dem sie ihre Maximalforderungen opfern müssten.
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  • Kommentar von michael fischbacher, nidau
    Da muss ich Herrn Stump recht geben! Hätte Israel die richtige Regierung, wäre dem arme Israeli nicht ein solches Schicksal widerfahren! Aus der Sicht einer "Pro Israel Brille", ist der vermisste Soldat wirklich nicht weniger wert als all jene, die den Bomben ausgesetzt sind.......
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Als Ex-Infanterist, der bei Graben- und Häuserkämpfen schon Erfahrungen mit Tränengas gesammelt hat, kann ich nicht verstehen, dass den isr. Soldaten befohlen wurde, durch die Tunnels einzudringen. Auch als Nicht-Chemiker weiss ich, dass es heute Kampfgase gibt, die jede Schutzmaske durchdringen können und dabei den Gegner nicht unbedingt töten müssen, aber kampfunfähig machen. Bei einer Füllung dieser Tunnels mit solchem Gas würden die meisten getöteten isr. Soldaten noch leben.
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