Israels Sparpläne treffen wieder den Mittelstand

Die israelische Regierung zieht in den nächsten zwei Jahren die Sparschraube an. Gekürzt wird bei den Staatsausgaben – auch beim Militär. Doch auch die Einnahmen sollen erhöht werden. Das bedeutet Steuererhöhungen und weniger Familienzulagen. Der Mittelstand ächzt erneut unter der Steuerlast.

Menschen in Jerusalem lesen in einem Kiosk Zeitung. (keystone)

Bildlegende: Soziale Gerechtigkeit und eine geringere finanzielle Belastung: Das fordert der Mittelstand in Israel seit zwei Jahren. Keystone

Israels Regierung hat sich nach einer Marathonsitzung auf einen Sparhaushalt geeinigt. Beschlossen sind generelle Ausgabenkürzungen von zwei Prozent in diesem Jahr und drei Prozent im kommenden Jahr. Insgesamt soll das Haushaltsdefizit auf 39 Milliarden Schekel (10,4 Milliarden Franken) begrenzt werden.

Die Ausgaben aller Ministerien werden gekürzt – auch beim Militär: Die Regierung will dem Verteidigungsapparat fünf Prozent weniger bereitstellen. Eigentlich wären noch grössere Kürzungen geplant gewesen, die Armeeführung konnte sie jedoch verhindern.

Zur Kasse gebeten wird erneut die Bevölkerung. Konkret müssen die Bürger nun für die Einkommens- und Mehrwertsteuer mehr hinblättern und auf einen Teil des Kindergeldes verzichten. Der grosse Wunsch des Mittelstandes nach Entlastung wird nicht erfüllt.

Opposition kann wenig ausrichten

Der Sparhaushalt muss noch vom Parlament bestätigt werden. Dort will die Opposition noch Änderungen durchsetzen. Sie findet die Sparpläne unsozial. Die Regierung von Benjamin Netanjahu verfügt allerdings über eine sichere Mehrheit in der Knesset.

Unzufriedener Mittelstand

Seit Sommer 2011 protestieren die Bürger immer wieder gegen Sparpläne. Der Mittelstand leidet unter den stetig steigenden Lebenshaltungskosten. Zwar versprach Premier Netanjahu Reformen. Die jüngsten Sparpläne dürften aber nicht das sein, was sich viele Mittelstands-Familien erhofft hatten.