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International Ist Berlusconi bald mit einem Fuss im Gefängnis?

Im Mediaset-Prozess von Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi kann ein definitives Urteil gefällt werden. Das Verfassungsgericht wies einen Antrag von Berlusconis Anwälten ab. Muss Berlusconi bald ins Gefängnis?

Silvio Berlusconi
Legende: Bei einer Verurteilung drohen Silvio Berlusconi mehrere Jahre Haft. Zudem dürfte er während 5 Jahren keine politischen Ämter mehr ausüben. Reuters

Das italienische Verfassungsgericht hat einen Antrag Silvio Berlusconis zu seinem Mediaset-Prozess verworfen. Damit ist der Weg frei zu einem abschliessenden Urteil.

Die Anwälte des Ex-Regierungschefs hatten die Beschwerde eingereicht. Grund: Die Mailänder Richter hatten 2010 eine politische Unabkömmlichkeit des damaligen Ministerpräsidenten nicht als Hinderungsgrund anerkannt .

Hätte das Verfassungsgericht der Beschwerde stattgegeben und wegen eines Verfahrensfehlers einer Neuauflage des Mediaset-Prozesses um Steuerbetrug den Weg geebnet, wären Berlusconis Chancen gestiegen, von der Mitte 2014 einsetzenden Verjährung des Falls zu profitieren.

Gefängnis droht

Berlusconi war im Mai in zweiter Instanz schuldig gesprochen worden. Ein Mailänder Gericht bestätigte die Verurteilung in erster Instanz zu vier Jahren Haft. Der 76-Jährige darf ausserdem fünf Jahre lang keine öffentlichen Ämter mehr ausüben – sollte das Urteil rechtskräftig werden.

Er müsste also sein Mandat als Senator aufgeben. Dies würde in den Augen seines rechten Lagers schwerer wiegen als die Haftstrafe.

Endgültige Entscheidung im November

Vor der Entscheidung des Verfassungsgerichts drohte ein enger Verbündeter Berlusconis mit einem Rücktritt von Parlamentariern der PdL-Partei. Dies für den Fall, dass Berlusconi ein Ämter-Verbot bekommen. Berlusconi könne nicht durch Entscheidungen der Justiz aus der Politik gedrängt werden, warnte Ex-Minister Maurizio Gasparri.

Ein Urteil wird in Italien allerdings erst in der dritten Instanz rechtskräftig. Berlusconis Anwälte haben vor dem Kassationsgericht Berufung gegen das Mediaset-Urteil in zweiter Instanz eingelegt.

Ihr Mandant hatte sich als unschuldig bezeichnet und ein politisches Opfer der linken Mailänder Justiz genannt. In Rom wird erwartet, dass das Kassationsgericht den Fall im November entscheidet.

Im «Ruby»-Prozess» drohen mehrere Jahre Haft

Berlusconi ist wichtiger Partner in der grossen Koalition, die den neuen Ministerpräsidenten Enrico Letta stützt. Seine Verurteilung im Mediaset-Prozess könnte die Regierung Letta in Bedrängnis bringen.

Bereits am kommenden Montag dürfte auch das erstinstanzliche Urteil in Berlusconis pikantem «Ruby»-Prozess um Amtsmissbrauch und Sex mit minderjährigen Prostituierten fallen. In diesem Fall hat die Anklage sechs Jahre Haft für den Ex-Ministerpräsidenten beantragt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Giordano Bruno, Altendorf
    Mit einer in der Öffentlichkeit bekannten Schweizerin bin ich (italienischer Staatsbürger aufgewachsen in Wien) in die Toskana übersiedelt. Nun sind wir zurück in der Schweiz. Wegen des wohl unfähigsten Justizsystems Europas. Eine Justiz, die es in einem Jahr nicht schafft, eine Besuchsregelung für ein CH Kleinkind zu finden und welches bei Verhandlungen nicht einmal einen Übersetzer zur Verfügung stellt. Armer Berlusco, armes Italien, 30 Anklagen von denen es in CH keine 3 gegeben hätte.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Lasst den Fuss draussen bitte bitte, aber der Rest, der soll rein!
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    1. Antwort von JP.Simon / Nietzscheaner, Bern
      Franz NANNI, schön, wie Sie diesem Narzisst die Möglichkeit gewähren wieder in die Freiheit zu schreiten wenn der Fuss draussen bleibt. Natürlich nur unter der Bedingung, dass er genügend lange zuschauen kann, wie die Wände seiner Zelle mit einem schwarzen Pilz sich überziehen, dieser durch seinen Betrugsschweiss und -gestank sich gebildet hat.
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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Bevor der ins Gefängnis geht. Wird Weihnachten im Sommer sein.
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