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International «Ist das Griechenlands Rache an Deutschland?»

Ungarn äussert scharfe Kritik an Kroatien: Zagreb schicke die Flüchtlinge einfach Richtung Slowenien und Ungarn, statt sie zu registrieren. Kroatien wiederum gibt Griechenland die Schuld an den Flüchtlingsströmen.

Ein Flüchtling und ein Polizist rennen durchs Gras
Legende: Ein Flüchtling und ein Polizist rennen zu einem Bus, der Flüchtlinge in Durchgangszentren bringen soll. Keystone

Die Flüchtlingskrise führt zu einem diplomatischen Hickhack im Südosten Europas: Ungarn wirft Kroatien vor, seine Pflicht nicht zu tun. «Was macht Kroatien?», fragte der ungarische Aussenminister und gab die Antwort gleich selber: «Statt sich um die Immigranten zu kümmern und sie zu registrieren, schickt Kroatien sie Richtung Ungarn und Slowenien.» Budapest zitierte deshalb den kroatischen Botschafter zu sich.

Legende: Video Flüchtlingsroute durch Kroatien abspielen. Laufzeit 4:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.09.2015.

Einen einzigen Tag habe es gebraucht, bis das kroatische System zusammengebrochen sei, fügte der Aussenminister an. Kroatiens Verhalten zeige, so der Aussenminister weiter, dass das Land noch über mehrere Jahre hinaus nicht bereit sei, sich der visa-freien Schengenzone anzuschliessen.

«Türkei ist doch ein sicheres Drittland»

Der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic wiederum teilte Richtung Griechenland aus, dem er die Schuld an der Flüchtlingsströmen gab. «Ist das eine Art Rache Griechenlands an Deutschland und Europa?», sagte er laut Medienberichten. «Griechenland – die Grenze des Schengenraumes – erlaubt, dass tausende Menschen, deren Leben nicht bedroht ist, auf Booten auf ihre nahe gelegenen Inseln kommen», erklärte Milanovic und fügte hinzu: «Die Türkei ist doch ein sicheres Drittland.»

Es bestehe offensichtlich ein stillschweigendes Übereinkommen, dass die Flüchtlinge ungehindert in den Schengenraum reisen könnten, vermutete der Politiker weiter. Die Flüchtlinge kämen zudem «mit organisiertem Transport nach Griechenland, Mazedonien und weiter nach Norden».

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Felice Limacher (Felima)
    Herr Anderwert bringt es auf den Punkt. Es ist illusorisch zu meinen, Grenzschliessungen könnten den Flüchtlingsstrom beenden. Es gibt dafür nur ein Rezept, nähmlich durch internationale Zusammenarbeit die Probleme in den Krisengebieten Afganistan, Syrien und dem Irak anzugehen und dies ohne Ego- und Machtspiele seitens der Big-Players EU, USA, Russland und Konsorten...
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Dass die Helfer +freiwilligen Helfer + die Sicherheitskräfte nicht mehr Ordnung durchsetzen können ist doch offensichtlich. Das sieht man ja seit Wochen jeden Tag am TV. Die Hetzerei der Journalisten und linksextremen Organisationen wie AmnestyInternational, gegen die Menschen die dazu verknurrt sind in den Menschenmassen Ordnung zu schaffen, macht das ganze noch viel schlimmer. Vor allem Deutschland versucht mit positiven Behauptungen das unmögliche möglich zu machen. Das ist nicht realistisch!
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  • Kommentar von K Käser (Vedic.Hindu)
    Das ist alles geplantes Chaos! vom Turkei.
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    1. Antwort von c jaschko (politically correct player)
      Geplant von D um Serbien zu destabilisieren, sie haben ja nicht mitgemacht bei den Russland Sanktionen :-) Jetzt sind alle Flüchtlinge in Serbien stecken geblieben, D hat sie eingeladen oder :-) So funktioniert im Kapitalismus politische Rache gegenüber schwächeren oder denken Sie D wird jetzt Serbien Geld senden 500 Millionen EUR wie sie es für den Ukraine Krieg ohne weiteres getan haben :-) DUSA Plan ist Europa zu destabilisieren und es wird gelingen weil die Massen doch so blind sind :-)
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    2. Antwort von Franz Huber (Raffi)
      Was hat den Serbien bis jetzt für die Flüchtlinge getan. Nichts. Und für das möchten sie jetzt auch noch Geld von der EU. Politically Correct, aber sehr einseitig. Und mich persönlich kümmert es herzlich wenig wie lange Serbien, irgendwann im Mittelalter, Europa gegen das Osmanische Reich verteidigt hat. Und dann haben sie es auch gemacht, weil sie selber auch nicht islamisiert werden wollten.
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