Zum Inhalt springen

International Ist Moskau Endstation für Snowden?

Die Geschichte des Whistleblowers erinnert an den Film «Terminal» von Steven Spielberg. Ein Mann sitzt ohne gültigen Reisepass auf dem Flughafen JFK in New York fest. So geht es derzeit auch Edward Snowden – auf dem Flughafen Scheremetjewo.

Vom Luxushotel in Hongkong in den Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo: Seit Sonntag ist der Bewegungsspielraum des Ex-CIA-Mitarbeiters Edward Snowden massiv eingeschränkt. 

Auch drei Tage nach seiner Flucht sitzt der 30-Jährige im Transitterminal fest, wie der Moskauer Flughafen mitteilt. Der meistgesuchte IT-Spezialist der Welt besitzt keinen gültigen Reisepass mehr. Nach der Prism-Affäre erklärten die USA Snowdens Reisedokument kurzerhand für ungültig.

Plot aus «Terminal»

Genau so ging es der Spielfilmfigur Viktor Navorski im Streifen von Regisseur Steven Spielberg. Wegen Bürgerkriegswirren in seinem fiktiven Heimatland Krakosien war sein Pass plötzlich ungültig. Mehrere Monate hielt er sich dann im Transitbereich des Flughafens JFK auf. Mit Gelegenheitsjobs hielt er sich über Wasser.

Nach neun Monaten war der Bürgerkrieg in Krakosien beendet und Viktor Navorski wieder ein «freier Mann». Edward Snowden kann nur hoffen, dass das Seilziehen zwischen Washington und Moskau nicht so lange dauert.

Doch genau das zeichnet sich ab: Ecuadors Aussenminister Ricardo Patino sagte, ein Entscheid über ein Asylgesuch von Snowden könnte mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Legende: Video Putin legt Spur zu Snowden abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.06.2013.

Washington fordert von Moskau die Auslieferung Snowdens. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte dies aber abgelehnt. Snowden sei ein freier Mann, der die russische Staatsgrenze offiziell nicht übertreten und im Land auch keine Verbrechen begangen habe, hatte Putin am Dienstag gesagt. Zudem gebe es kein Auslieferungsabkommen mit den USA.

Trotzdem kann Russland Snowden an die USA überstellen, worauf auch in Moskau mehrere Experten hingewiesen hatten. Putin hatte die Chefs der russischen und US-Geheimdienste aufgefordert, sich um den Fall zu kümmern. Beide Seiten haben erklärt, sie seien nicht an einer weiteren Verschlechterung ihrer ohnehin gespannten Beziehungen interessiert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bruno Casanova, Solothurn
    Nun haben wir eine weitere Gewissheit! Wer gedacht hat, Weltmächte spielen hinter der Bühne nicht ein gemeinsames Spiel, hat nun die Gewissheit, dass Snowden für eigene Interessen missbraucht wird. Ist etwa genau gleich, wie wenn mir eine Spinne sagt, ihr Netz sei für mich nicht gefährlich. Nimmt mich nun wunder, wie weit Amerika Russland in der Syrien-Frage entgegenkommen wird. Keine Waffenlieferungen mehr? Trau auf dieser Welt nur dir, und wenns draufankommt, tritt würdig ab!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen