Italiens Aussenminister nimmt den Hut

Wut und Frust haben Giulio Terzi das Handtuch werfen lassen. Was war passiert? Zwei in Indien angeklagte Marinesoldaten wurden zurück nach Neu Dehli geschafft. Terzi wehrte sich dagegen. Der Druck aus Indien war gross. Also entschied Ex-Premier Mario Monti. Unter Beschuss geriet dann aber Terzi.

Italies Aussenminister spricht an einer Pressekonferenz im September 2012. (reuters)

Bildlegende: Unzufrieden über Mario Montis Entscheid: Giulio Terzi verlässt die Regierung. Reuters

Italiens Aussenminister geht. «Ich kann dieser Regierung nicht länger angehören», erklärte Giulio Terzi heute. Was war passiert?

Zwei italienische Marinesoldaten hatten in Indien – als Schutzmannschaft auf einem italienischen Öltanker – im Februar 2012 zwei Inder erschossen. Die Soldaten hielten die Fischer für Piraten. In Indien drohte ihnen die Todesstrafe.

Angeklagte durften ausreisen

Vor den Parlamentswahlen vor einem Monat in Italien durften die Soldaten Indien verlassen – um in der Heimat abzustimmen. Danach entschied das italienische Aussenministerium: die beiden bleiben in Italien.

Nach einem längeren diplomatischen Streit zwischen Italien und Indien sowie innerhalb der italienischen Regierung geschah aber das Gegenteil: Die beiden Soldaten wurden wieder nach Indien ins Gefängnis zurückgebracht – mit einer Zusicherung, sie würden nicht hingerichtet. Entschieden hatte dies Ex-Premier Mario Monti.

Ärger über Montis Entscheid

Die Bedenken von Aussenminister Terzi fruchteten nicht. Er erklärte, er habe sich dem internen Druck beugen müssen. Und so nimmt er nun den Hut. Er trete zurück, um den Ruf Italiens samt seiner Diplomatie zu verteidigen, sagte er zum Abschied.