Italiens Banken knausern

In Italien ist es für Unternehmen derzeit schwierig, an Kredite zu kommen. Die Banken leihen ihr Geld wegen der Wirtschaftskrise nur sehr zögerlich aus. Die ungewisse politische Zukunft raubt den Investoren das Vertrauen.

Ein Bettler vor einer Bank.

Bildlegende: Italiens Wirtschaft fehlen Impulse. Unternehmer leiden unter hoher Steuerlast. Und erhalten erst noch kaum Kredite. Keystone

Die italienischen Banken behalten wegen der Wirtschaftskrise ihr Geld lieber für sich, statt sie an Unternehmen in Form von Krediten zu vergeben. Grund ist die politisch ungewisse Zukunft des Landes. Die Unsicherheit hat sich noch verschärft, nachdem Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi verurteilt wurde. Investoren vertrauen der drittgrössten Volkswirtschaft der Euro-Zone noch weniger als zuvor.

Aktien statt Kredite

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung der Banken liegt laut Giuseppe Di Gaspare an der Wirtschaftspolitik der Banken. Der Wirtschaftsprofessor der Universität Luiss Roma wirft den Banken vor, sie hätten ihr Kerngeschäft völlig aus den Augen verloren.

«Die Banken sind nur noch Finanzinvestoren. Lieber stecken sie ihr Geld in Wertpapiere als in die Realwirtschaft. Die Banker haben die Überzeugung verloren, dass man Unternehmen Geld gewinnbringend leihen kann. Ohne Bankkredite kann aber unsere Wirtschaft nicht wachsen», klagt er.

Einen Lichtblick gibt es allerdings: Italien musste in den vergangenen Monaten weniger für neue Kredite bezahlen als zum Höhepunkt der Schuldenkrise Ende 2011.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Italiens Wirtschaft geht das Geld aus

    Aus Tagesschau vom 14.8.2013

    Dank guter Wirtschaftsentwicklung in Deutschland scheint die Rezession im Euro-Raum überwunden. Zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren ist die Wirtschaft wieder gewachsen. In Italien sieht es allerdings weiterhin düster aus. Trotz Steuererleichterungen kommt die Wirtschaft nicht auf Touren, und die zurückhaltende Kreditvergabe der Banken sorgte für knappe flüssige Mittel bei den Firmen.