Italiens Wahlergebnis wird mehr und mehr zur Hypothek

Nur wenige Stunden sind vergangen, seit Pier Luigi Bersani einer rettenden Mitte-Links-Koalition eine Abfuhr erteilte. Und jetzt meldet sich Italiens Präsident Giorgio Napolitano zu Wort. Von Neuwahlen will Italiens Primus nichts wissen.

Ein dunkel bewölkter Himmel vor einer wehenden Italien-Flagge.

Bildlegende: Die Aussichten bleiben düster: Eine grosse Koalition ist in Italien nicht in Sicht. Reuters

An Neuwahlen hat der italienische Staatspräsident kein Interesse. Dies äusserte Giorgio Napolitano am Rande einer Veranstaltung in Berlin. Das Wahlergebnis sei zwar schwierig, sagte Napolitano. Dennoch glaubt Italiens Präsident, dass in den kommenden Wochen eine Regierung gebildet werden kann.

Italiens Präsident Giorgio Napolitano fast sich an den Kopf.

Bildlegende: Italiens Präsident Giorgio Napolitano glaubt nach wie vor an eine mögliche Regierungsbildung. Reuters

Abfuhr für Berlusconi

Weniger Zuversicht verbreitete in dieser Hinsicht zuvor der Chef des italienischen Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani.

«Ich will das ganz klar sagen: Die Idee einer grossen Koalition existiert nicht und wird nie existieren», sagte Bersani in einem Interview der Zeitung «La Repubblica». Bereits am Mittwoch erteilte eine kleinere Partei, die zu Bersanis Bündnis gehört, einer Zusammenarbeit mit Berlusconi eine Absage.

Bei der Parlamentswahl Anfang der Woche wurde das Mitte-Links-Bündnis zwar stärkste Kraft. Es kommt aber ohne Partner nicht auf eine klare Mehrheit.

Mit Bersanis Absage zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung in dem hoch verschuldeten Land ab. Denn auch die Protestbewegung um den Ex-Komiker Beppe Grillo steht für Koalitionen nicht zur Verfügung, sondern will nur in Einzelfällen mit der künftigen Regierung zusammenarbeiten.