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International Ja, nein, vielleicht: Keine Einigung um Glyphosat-Zulassung

Soll das Pflanzengift für weitere 15 Jahre zugelassen werden? Darüber wird derzeit in der EU gestritten – bisher ohne Einigung, so auch heute. Am Ende wird vermutlich die EU-Kommission ein Machtwort sprechen.

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Legende: Schädlich und krebserregend: Ja oder Nein? Politik und Wissenschaft sind in dieser Frage gespalten. SRF

Die EU hat den Entscheid über den künftigen Einsatz von Glyphosat erneut vertagt. Im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel kam in Brüssel nicht die nötige Mehrheit für oder gegen die Neuzulassung des Herbizids zustande.

EU-Diplomaten berichteten, dass insgesamt 19 Vertreter für die Neuzulassung gewesen seien. Frankreich und Italien sprachen sich demnach dagegen aus. Sieben Staaten, darunter Deutschland, hätten sich in einer formellen Abstimmung enthalten.

Verlängerung der Zulassung steht im Raum

Die EU-Kommission, die das Treffen leitete, hat nun drei Möglichkeiten. Sie könnte eine Entscheidung für oder gegen Glyphosat treffen. Sie könnte aber auch einfach nichts tun – damit liefe die geltende Zulassung Ende Juni automatisch aus. Für den Verkauf aktueller Bestände würde dann noch eine Übergangsfrist gelten.

Als dritte Option hat die Behörde einem Diplomaten zufolge vorgeschlagen, die geltende Zulassung bis Ende des Jahres zu verlängern, um mehr Zeit für eine Entscheidung zu gewinnen. Dies ist bereits einmal geschehen – eigentlich wäre die Zulassung bereits Ende 2015 ausgelaufen.

Den Angaben zufolge sollen die EU-Staaten bis Dienstagabend zu einer erneuten Verlängerung Stellung beziehen. Für diesen Beschluss wäre allerdings eine qualifizierte Mehrheit nötig.

Wissenschaft bei Glyphosat gespalten

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Die Wissenschaft ist in dieser Frage gespalten, Umweltschützer sind gegen das Mittel. In der Landwirtschaft und im Gartenbau wird Glyphosat vor der Aussaat zur Unkrautbekämpfung eingesetzt.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Was soll diese Frage ob oder nicht krebserregend, es ist Gift und das sollte man verbieten, und wenn Europa das TTIP ratiffiziert, dann sind alle Beteiligten Verbrecher. Warum leiden so viele Menschen heute an Allergien, und warum sind viele Kinder so übergewichtig. Weil überall Gift, oder in den Fertigprodukten jede Menge E-Nummern, und Konservierungsmttel etc. darin sind. Bio Produkte sind viel teurer, aber direkt vom Bio-Bauer nicht!
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Angela Merkel und die EU-Kommission haben in letzter Sekunde das Ende von Glyphosat abgewendet. Der Grund biete einen Vorgeschmack auf die neue Lage, die der EU mit TTIP blüht. Die Bundesregierung sagt, man habe Angst vor Klagen der Konzerne. Der Fall zeigt die weitgehende Entmachtung der Europäer, wenn es um die Gesundheit der Bürger oder den Schutz der Natur geht.
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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Na ein Glück das es TTIP noch nicht gibt.Dann wäre esMonsanto egal,da auf entgangenen Gewinn geklagt werden könnte.Es ist einfach schlimm wie dieser Konzern über Leichen geht,die können ja nicht klagen.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      TTIP wird nicht nur Glyphosat in Europa etablieren, sondern vor allem auch genmanipuliertes Saatgut. Denn damit lässt sich über das US-Patentgesetz viel Geld machen - und das wiederum ist der Motor von TTIP.
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