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Schüsse in der Silvesternacht Jagd nach dem Attentäter von Istanbul

Unter den Opfern sind 15 Ausländer. Präsident Erdogan kündigt ein hartes Vorgehen gegen Terroristen an.

Legende: Video Grossfahndung nach Anschlag auf Nachtclub abspielen. Laufzeit 04:30 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • 39 Menschen sterben bei einem Angriff auf eine Silvesterfeier in einem der grössten Nachtclubs im Zentrum Istanbuls. Mindestens ein Angreifer drang in die Disco ein und eröffnete das Feuer auf die Feiernden.
  • Unter den Todesopfern sind mindestens 15 Ausländer, darunter zwei Tunesier. Nach Medienberichten sind weitere Opfer aus Saudi-Arabien, Marokko, Libanon, Libyen und Israel.
  • Der türkische Justizminister spricht von einem Terrorangriff. Zur Tat bekannt hat sich bisher indes noch niemand.
  • Der mutmassliche Täter ist flüchtig.

Mindestens 39 Tote und mehr als 60 Verletzte: Das ist die traurige Bilanz nach dem Angriff auf einen Nachtclub im Zentrum Istanbuls in der Silvesternacht. Unter den Toten sind laut dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu 15 Ausländer.

Unklar war zunächst, ob ein einzelner Täter oder mehrere Angreifer die Bluttat verübten. Laut dem Innenminister gehen die Sicherheitskräfte derzeit von einer Einzelperson aus. Die Nachrichtenagentur DHA hatte dagegen gemeldet, zwei als Weihnachtsmänner verkleidete Terroristen seien in den Nachtclub Reina eingedrungen und hätten das Feuer mit automatischen Waffen eröffnet. Auch eine Augenzeugin hatte von zwei Angreifern gesprochen.

Der türkische Premier Binali Yldirim dementierte jedoch Berichte, wonach der Angreifer ein Weihnachtsmannkostüm getragen haben woll. Solche Aussagen seien falsch, sagte Ydirim. «Wir wissen von einem bewaffneten Terroristen.»

Erdogan: Werden Terroristen entschlossen bekämpfen

Zu dem Angriff bekannte sich bis jetzt noch niemand. Die Behörden sprachen von einem terroristischen Akt. In der Türkei, die einer US-geführten Allianz im Kampf gegen die Islamisten-Miliz angehört, gab es im abgelaufenen Jahr mehrere schwere Anschläge.

Präsident Recep Tayyip Erdogan zeigte sich tief erschüttert. Die Türkei sei aber entschlossen, «den Kampf gegen den Terror» fortzusetzen und alles Notwendige für die Sicherheit der Bürger zu unternehmen.

Laut der Nachrichtenagentur DHA befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs 700 bis 800 Menschen zu Silvesterfeierlichkeiten im Club.

Partytreff der Oberschicht

Im Club Reina direkt am Ufer des Bosporus feiert die Istanbuler Oberschicht. Die Preise sind hoch, doch das Lokal liegt sehr schön kurz hinter der ersten Brücke, die den asiatischen mit dem europäischen Teil der Stadt verbindet. Reina besteht seit neun Jahren und ist einer der grössten und berühmtesten Clubs der Millionenmetropole. Dazu gehört auch ein Restaurant direkt am Wasser.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    So geht das nicht. Wenn man in der Türkei nach einem Attentäter sucht, dann ist das so wie wenn man in einem Krieg nach dem "Schützen" suchen würde. Das hat nichts mehr mit Terrorismus zu tun, man kann es nicht mehr leugnen, dass hier Krieg herrscht. Die Kriegsparteien kennt man ja. Auch wenn man "Terroristen" lieber hätte als Krieg, das nützt keinem "Schwein" etwas.
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  • Kommentar von Erich Singer (Privileg)
    Herr Erdogan, wer Hass sät wird Hass ernten!
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Beileid und Mitleid gebührt einzig und allein den Opfern, den Leidtragenden und direkt Betroffenen. - Mir scheint medial inszenierte Heuchelei, offensichtlich auch noch nur aus partikularen, ideologisch motivierten Interessens-Verfolgung heraus, ist da ganz und gar nicht angebracht.
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