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International Janukowitsch: «Ich bin der rechtmässige Präsident»

Der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch will sich nicht geschlagen geben. Er hält sich weiter für den legitimen ukrainischen Präsidenten und will baldmöglichst nach Kiew zurück. Janukowitsch rief die ukrainische Armee auf, bis dahin die Befehle zu verweigern.

Viktor Janukowitsch spricht in ein Mikrofon
Legende: Janukowitsch wurde in der Ukraine zu Fall gebracht. Der 63-Jährige will die Tatsache aber offenbar nicht akzeptieren. Reuters

Der abgesetzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch befindet sich nach seiner Flucht noch immer in Russland. Nach tagelangem Schweigen hat er nun in einer Erklärung betont: «Ich bin weiterhin der rechtmässige Präsident und Oberbefehlshaber.»

Das Handeln gegen mich war Terror
Autor: Viktor JanukowitschAbgesetzter ukrainischer Präsident

Janukowitsch rief die Streitkräfte des Landes zur Befehlsverweigerung auf. Die Armee solle keine «kriminellen Befehle» befolgen. Eine «Bande von Ultranationalisten und Neofaschisten» habe die Macht in Kiew übernommen. Und weiter: «Ich möchte die westlichen Schutzpatrone dieser dunklen Mächte fragen: Seid Ihr blind geworden? Habt Ihr vergessen, was Faschismus ist?»

Der 63-Jährige wirft seinen nationalistischen Gegnern vor, einen Bürgerkrieg im Land zu planen. «Das Handeln gegen mich war Terror», sagte Janukowitsch im russischen Rostow am Don. «Wenn es die Umstände zulassen, kehre ich nach Kiew zurück.»

Die von der neuen Regierung in Kiew für den 25. Mai angesetzten Präsidentenwahlen seien illegal, so Janukowitsch weiter. Das gelte auch für US-Finanzhilfen für die Ukraine, da amerikanisches Recht keine Unterstützung von «Banditen» erlaube. Es sei zudem die Schuld seiner Gegner, dass sich die Krim von der Ukraine abspalte.

Zukunft der Krim ungewiss

Zum umstrittenen Russland-Referendum auf der Krim äusserte er sich nicht. Am Sonntag soll eine Volksabstimmung über einen Beitritt der Krim zu Russland stattfinden. Der Westen wertet das Referendum als Verstoss gegen die ukrainische Verfassung und das Völkerrecht.

In der neuen prowestlichen Regierung in Kiew sind mehrere Posten an Vertreter rechtsextremer nationalistischer Gruppen vergeben worden. Die Regierung in Moskau sieht auch deshalb die Sicherheit von Russen in der Ukraine gefährdet. Sie behält sich daher das Recht vor, militärisch auf der Krim und im russischgeprägten Osten der Ukraine einzugreifen.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Weder Burkhalter noch irgend ein Gremium auf dieser Welt ist legitimiert die freie Willensbekundung der Bevölkerung einer Region in Form einer Abstimmung als "illegal" zu bezeichnen. Die direkte Demokratie ist die oberste Instanz in dieser Welt für Gesetz, Frieden und Freiheit und wir es auch bleiben. Damit müssen sich auch Merkel & Co abfinden !!!
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  • Kommentar von Hans Weiler, Ostschweiz
    Die Rechtslage ist doch völlig klar. Janukowitsch ist nach Völkerrecht noch immer Präsident. Er wurde von ein paar wenigen geputscht, einfach die allgemeine Unzufriedenheit in der Bevölkerung ausnutzend. Ob er ein guter oder schlechter Präsident ist, ist von niemand anderem zu beurteilen, als von der eigenen Bevölkerung. Aber der Westen muss sich nicht wundern, wenn sich diese Praxis plötzlich auch in eigenen Ländern durchsetzt. Zündstoff gibt's genug.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Im Moment ist RUS ist in erster Linie gefährlich für die Ukraine. Danach allerdings für sich selbst. Die EU wird die Angliederung der Krim an RUS schlucken müssen. Vielleicht auch noch die Abspaltung der Ost- und Südukraine. RUS wird das einiges Geld kosten und RUS wird als Vertragspartner noch riskanter. Investitionen in Russland werden zu Risikokapital. Langfristig dürften viele Staaten versuchen, sich von russischen Rohstoffen weniger abhängig zu machen. RUS wird auf Dauer nichts gewinnen
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    1. Antwort von T.Hofer, Rosshäusern
      Russland bebsichtigt ja mit seinem Engagement auch überhaupt nichts zu Gewinnen. Es stellt sich schützend vor russisches Volk, welches ausserhalb seines Territoriums von der dortigen Staatsmacht bedroht wird. Und da sich diese Angehörigen des russischen Volks auf ein Gebiet konzentriert befinden, wo sie die überwiegende Merheit bilden, ist deren Wunsch sich an Russland anzuschliessen absolut verständlich. Gienge es Russland um Landgewinn, so hätte es das Gebiet schon längst anektiert.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @T. Hofer: Im Prinzip haben Sie zwar Recht, aber Sie übersehen, dass es nicht nur um den "Schutz" einer Minderheit geht. Die Krim-Russen wurden nie unterdrückt und das Russische war nie verboten - alle Einwohner der Ukraine, auch die anderen ethnischen Minderheiten, lernen beide Sprachen in den Schulen. Das ganze Gebiet des ehemaligen Ostblocks ist ein Labyrinth von Minderheiten. Früher oder später könnten dort noch andere "beschützt" werden, z.B. die Russen in Kasachstan. Abwarten!!
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